Der Vorarlberger Zeitgeschichtetag findet 2026 zum neunten Mal am Donnerstag, 7. Mai, in Bludenz statt. Im Rahmen des österreichischen Gedenktags gegen Gewalt und Rassismus erinnert die Veranstaltung an die Opfer des Nationalsozialismus und rückt sowohl regionale Erinnerungsarbeit als auch persönliche Schicksale in den Fokus.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Sichtbarmachung von NS-Opfern in der Region Bludenz. Vorgestellt werden unter anderem die sogenannten „Grenzsteine“, die an verfolgte Menschen erinnern, die über Vorarlberg fliehen konnten oder hier unter falscher Identität überlebten. Einer dieser Gedenksteine ist Józef Wiśnicki gewidmet. Zudem wird das Projekt „DERLA – Digitale Erinnerungslandschaft Österreich“ präsentiert, das Erinnerungsorte dokumentiert und auf bestehende Lücken in der Gedenkkultur hinweist.
Im Mittelpunkt steht außerdem die Buchpräsentation „Mich kriegt ihr nicht!“, die das Leben von Józef Wiśnicki nachzeichnet. Er entkam als Jude aus Polen mehrfach der NS-Verfolgung, unter anderem durch die Flucht aus einem Deportationszug nach Treblinka, und überlebte später in Vorarlberg unter falscher Identität. Ergänzt wird die Präsentation durch neue Forschungsergebnisse und ein Gespräch mit seinem Sohn Jeffrey Wisnicki.
Der Zeitgeschichtetag verbindet historische Einordnung mit persönlichen Perspektiven und lädt zur Auseinandersetzung mit Erinnerung und Verantwortung ein.
Programmüberblick:
- Vortrag zur regionalen Erinnerungsarbeit
- Buchpräsentation „Mich kriegt ihr nicht!“
- Gespräch mit Jeffrey Wisnicki
Veranstaltet wird der Zeigeschichtetag vom Stadtlabor Bludenz, der Stadt Bludenz und dem Geschichtsverein Region Bludenz in Kooperation mit weiteren Partnerinstitutionen.
Foto: Jeffrey Wisnicki, ERINNERNAT
Bildunterschrift: Der Zeitgeschichtetag in Bludenz verbindet regionale Erinnerungskultur mit persönlichen Geschichten aus der NS-Zeit.













