37 Gemeinden stellen die Weichen für gutes Wohnen

LEADER-Projekt schafft gemeinsame Datengrundlagen, konkrete Handlungsempfehlungen und eine Basis für die weitere regionale Zusammenarbeit

Wie wollen Menschen im Süden Vorarlbergs künftig wohnen? Was brauchen Familien, ältere Menschen oder touristisch geprägte Gemeinden? Und welche Handlungsmöglichkeiten haben Gemeinden, wenn Wohnraum knapp, teuer oder nicht passend genutzt wird? Mit diesen Fragen haben sich 37 Gemeinden aus Walgau, Montafon, Klostertal-Arlberg, Großem Walsertal, Brandnertal und der Stadt Bludenz im Rahmen des LEADER-Projekts „Wohnen in Vorarlberg Süd“ intensiv auseinandergesetzt. Das Projekt ist formal abgeschlossen – das Thema Wohnen bleibt für die Region aber zentral.

Daten sichtbar machen
In den vergangenen eineinhalb Jahren wurde in Vorarlberg Süd (V:Süd) eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für wohnungspolitische Entscheidungen geschaffen. Ein zentrales Ergebnis ist die interaktive Karte zur Wohnsituation in V:Süd, die dauerhaft öffentlich zugänglich bleibt. Sie macht Daten zu Familien und Haushalten, leistbarem Wohnen, Wohnumfeld, Wohnen im Alter und touristisch geprägten Regionen anschaulich sichtbar. Damit steht Gemeinden, Fachleuten und interessierten Bürger:innen ein Werkzeug zur Verfügung, das Entwicklungen nicht nur beschreibt, sondern vergleichbar und diskutierbar macht.

„Wir haben mit V:Süd gezeigt, dass regionale Zusammenarbeit sehr konkret werden kann. 37 Gemeinden schauen gemeinsam auf Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten – und schaffen damit eine Grundlage, auf der weiter aufgebaut werden kann“, sagt Simon Tschann, Sprecher der ARGE V:Süd und Bürgermeister der Stadt Bludenz.

Wohnen ist mehr als die Frage nach Gebäuden
Wichtige Impulse kamen aus der Fachveranstaltung im Juni 2025 und dem Symposium „Wohnen im Alter“ im März 2026. Dort wurde deutlich: Wohnen ist weit mehr als die Frage nach Gebäuden oder Grundstücken. Für die Menschen spielen leistbarer Wohnraum, Mobilität und funktionierende Ortsstrukturen eine zentrale Rolle. Beim Wohnen im Alter rücken bestehende Einfamilienhäuser und die soziale Einbindung aller Bewohner:innen in den Mittelpunkt. Ebenso können neue Formen von Nachbarschaft angedacht werden.

Ergänzend dazu wurde in Zusammenarbeit mit CIPRA International Lab die Podcast-Reihe „Wohnen in V:Süd“ umgesetzt. In drei Folgen werden zentrale Fragen rund ums Wohnen greifbar gemacht – von demografischem Wandel und Wohnen in Alpenregionen über Mehrgenerationenwohnen bis hin zu betreubarem Wohnen und Selbstständigkeit im Alter. Die Podcasts stehen online zur Verfügung: www.v-sued.at/podcast-reihe-wohnen-in-vsued/.

Zwischen persönlicher Vorsorge und kommunaler Verantwortung
Gerade das Thema Wohnen im Alter zeigte, wie stark kommunale Planung und persönliche Lebensentscheidungen ineinandergreifen. Viele Menschen möchten möglichst lange selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Gleichzeitig sind viele Häuser nicht barrierefrei oder Wohnflächen werden nur teilweise genutzt. Häufig fehlen passende Angebote zwischen „zu Hause wohnen“ und Pflegeheim. Für Gemeinden bedeutet das: Es braucht langfristige Strategien – basierend auf guten Daten – Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung und Räume für neue Lösungen.

„Das Projekt hat uns gezeigt, dass Wohnen nicht erst dann Thema werden darf, wenn der Druck schon groß ist. Gemeinden können Rahmenbedingungen schaffen – aber jede und jeder Einzelne ist gefordert, sich frühzeitig mit der eigenen Wohnsituation auseinanderzusetzen“, so Martin Burtscher, Obmann der Regio Klostertal-Arlberg und Bürgermeister in Dalaas.

Aus den zahlreichen Erkenntnissen sind konkrete Handlungsempfehlungen entstanden, die den Gemeinden als Kompass für zukünftige Entscheidungen dienen. Sie zeigen auf, wie bestehender Wohnraum besser genutzt, altersgerechte Wohnformen ermöglicht und lebenswerte Quartiere gestaltet werden können. Gleichzeitig machen sie deutlich, bei welchen Themen eine Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg besonders sinnvoll ist.

Die Zusammenarbeit geht weiter
Der größte Mehrwert von V:Süd liegt jedoch nicht nur in einzelnen Ergebnissen, sondern im gemeinsamen Prozess. Die beteiligten Regionen und Gemeinden haben begonnen, über Gemeinde- und Regionsgrenzen hinweg an sozialen und räumlichen Zukunftsfragen zu arbeiten. Diese Zusammenarbeit kann nun auch für weitere Themen genutzt werden – insbesondere im Bereich der Sozialraumplanung, wo überregionale Abstimmung künftig eine wichtige Rolle spielen wird.

Erste konkrete Schritte sind bereits sichtbar: In Schnifis wird das Thema „Wohnen im Alter“ am 14. September weiter vertieft, im Großen Walsertal wird für 10. Oktober ein Zukunfts.Dialog zum Thema Wohnen vorbereitet.  Damit zeigt sich: Die geförderte Projektphase endet, die gemeinsame Arbeit an guten Wohn- und Lebensbedingungen in Vorarlberg Süd geht weiter.

Weitere Informationen zum Projekt, zu den Podcasts und zur interaktiven Karte finden Sie auf www.v-sued.at

Hinweis

Sie befinden sich im Pressearchiv der Stadt Bludenz.
Diese Aussendung hat keinen Anspruch auf Aktualität.