„Ein Platz – ganz für uns“

Neues Bludenzer Spiel- und Freiraumkonzept soll Wünsche der Kinder und Jugendlichen erfüllen

„Wo können wir spielen, wo haben wir den Platz dazu und wo können wir uns ganz einfach aufhalten.“ Diesen Fragen von Kindern und Jugendlichen ging die Stadt Bludenz bei der Erstellung eines eigenen Spiel- und Freiraumkonzeptes nach. Die Stadtvertretung hat dieses Konzept einstimmig gutgeheißen. Es ist nun quasi der rote Faden für die gesamte Spiel- und Freiraumplanung in der Alpenstadt Bludenz. Schon 2009 hat die Stadtvertretung den Auftrag dazu erteilt. In mehreren Schritten ist dieses Konzept erstellt worden.

Im Sommer 2010 und im Sommer 2011 fand eine umfangreiche Kinderbeteiligung dazu statt. Fragebogen wurden in den dritten Klassen der Bludenzer Volksschulen verteilt. Mit Hilfe von Steckkarten konnten die Kinder ihre Lieblingsorte oder auch die negativen Beispiele an Karten der Stadt Bludenz aufzeigen. Dieses Vorhaben wurde im Sommer 2011 fortgesetzt.
Selbstverständlich wurden dabei auch die Parzellen berücksichtigt. Parallel dazu fand eine Jugendbeteiligung statt. Mit Streifzügen in den sieben Bludenzer Stadtteilen und einem Impulsworkshop gaben die Jugendlichen ihren Vorstellungen und Wünsche für das Spiel- und Freiraumkonzept bekannt. Und um dann nicht die Kritik der Nachbargemeinden und des Landes einzufangen, wurden  mit den Nachbargemeinden aber auch den zuständigen Stellen bei der Bezirkshauptmannschaft und des Landes Vorarlberg das Spiel- und Freiraumkonzept abgestimmt und besprochen. Am Ende dieses umfangreichen Vorhabens stand dann eine Umsetzungsplanung, die nun die Ziele und wichtigsten Prioritäten für die künftige Gestaltung der Spiel- und Freiräume vorgibt. Viele dieser Punkte fanden auch Berücksichtigung bei der „Strategie 2020“ Umsetzungsplanung.

„Wir wollten von unseren Kindern und Jugendlichen wissen, was genau ihre Wünsche und Vorstellungen sind. Denn nur, wenn wir eine bedarfsorientierte Planung machen, werden später die Spiel- und Freiräume von unseren Kindern und Jugendlichen auch akzeptiert und genutzt. Es geht darum, dass sie sich dort einfach wohlfühlen“, betont Jugendstadträtin Carina Gebhart die Bedeutung dieser umfangreichen Vorarbeiten für das Spiel- und Freiraumkonzept.

Mit der Beschlussfassung hat sich die Stadt Bludenz aber selber auch Vorgaben gesetzt. So ist ein Ziel, dass etwa jedes Kind zwischen 6 und 12 Jahren im Umkreis von rund 500 Meter einen öffentlich zugänglichen Spielplatz erreichen können soll. Auch die Schaffung von öffentlichen Spielplätzen gegenüber Einzellösungen bei Wohnanlagen soll künftig den Vorzug erhalten. Spielplätze sollen aber auch Frei- und Erkundungsräume bieten. Wichtig war den Verantwortlichen, dass Jugendliche wohnortnahe Treffpunkte haben oder Freiräume erhalten bleiben. Somit können künftig Konflikte zwischen Kindern, Jugendlichen und Eltern auf Kinderspielplätzen minimiert werden.

Wie schon im Innenstadtleitbild, wurden vor allem von der Jugend qualitativ gute Aufenthaltsplätze ohne Konsumationszwang gefordert. Ein dezentrales Sportangebot hat ebenfalls einen fixen Platz im Spiel- und Freiraumkonzept. Wichtig ist die Erhaltung von Spiel- und Sportflächen in den einzelnen Stadtteilen oder auch der Ersatz von solchen Freiflächen, falls sie aus irgendeinem Grund verloren gehen.

Es besteht auch der Wunsch von Jugendlichen, von dezentralen Angeboten an geschlossenen Jugendräumen. Von den Jugendlichen wurde herausgearbeitet, dass das Bedürfnis von Mädchen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund genau erfasst und in der Umsetzungsplanung berücksichtigt werden soll.

„Bei allen Planungsvorhaben und künftigen Bauvorhaben können wir nun auf dieses Spiel- und Freiraumkonzept zurückgreifen. Einige Punkte davon wurden ja auch schon umgesetzt. So sind  bei der  Neugestaltung des Katzenwinkels oder etwa bei der Anschaffung der Sitzmöbel im öffentlichen Raum – den Enzos – Wünsche der Jugendlichen und der Kinder berücksichtigt worden“, sieht der ressortverantwortliche Stadtrat Wolfgang Weiss die ersten Umsetzungsschrittes dieses Spielraumkonzeptes als positiv. Weitere Maßnahmen werden folgen und Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt. Das Spiel- und Freiraumkonzept wurde von mehreren städtischen Abteilungen und Ressorts übergreifend von der Stadtplanung unter Wolfgang Weiss und dem Jugendressort unter Stadträtin Carina Gebhart erstellt und bearbeitet. Auch an der Umsetzung werden maßgebend diese beiden Ressorts tätig sein.

Der Artikel wurde am 25.6.2012 online gestellt.

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