Neues Projekt des Sozialsprengel Raum Bludenz

Guter Start für „Flüchtlinge(n) helfen“

Nach dem Aus der Nachbarschaftshilfe im Juni 2016 gingen die Wogen hoch. Konflikte mit rechtlichen Rahmenbedingungen und die Förderung von Lohn- und Sozialdumping wurden damals als Gründe genannt. Um Asylwerbenden jedoch künftig auch weiterhin die Möglichkeit zu bieten, mit der heimischen Bevölkerung in Kontakt zu treten und so Integration aktiv zu fördern, musste ein Nachfolgemodell gefunden werden. Im Frühjahr dieses Jahres wurde vom Sozialsprengel Raum Bludenz daher für das Vorarlberger Oberland das Projekt „Flüchtlinge(n) helfen“ implementiert.

Im Auftrag der im Wirkungsbereich liegenden 37 Gemeinde definierte der Sozialsprengel Raum Bludenz in Zusammenarbeit mit VertreterInnen der Regios Ziele, Tätigkeiten sowie den Adressatenkreis des Projektes „Flüchtlinge(n) helfen“. Gemeinsam wurde ein Leitfaden zur Umsetzung der Vorgaben erarbeitet. Seit Mai ist es somit sowohl Privatpersonen, Vereinen und Ehrenamtlichen als auch religiösen Einrichtungen wieder möglich, Asylwerbende für kleiner Hilfsarbeiten zu engagieren. Mit der Vermittlung und Koordination wurde die Caritas Vorarlberg beauftragt. „Es freut mich, dass die Zusammenarbeit zwischen den 37 Kommunen so gut funktioniert hat und wir hier heute dieses Ergebnis präsentieren können. Mit diesem neuen Projekt schaffen wir es, den AsylwerberInnen eine wertvolle und sinnstiftende Möglichkeit zur Integration zu bieten“, zeigt sich Bürgermeister Mandi Katzenmayer, in seiner Funktion als Obmann des Sozialsprengel Raum Bludenz, erfreut. Simon Hagen, Geschäftsführer des Sozialsprengel Raum Bludenz, pflichtet dem bei: „Zur aktiven Integration von Asylwerbenden in Vorarlberg gehört ein Fördern und Fordern.“


Positive Erfahrungswerte

Seit dem Start des Projektes im Mai konnte bereits einiges an Erfahrungswerten, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich gesammelt werden. Die Resonanz fällt dabei durchgehend positiv aus, wie die bisherigen Zahlen der Caritas Vorarlberg zeigen. So waren im Rahmen des Projektes „Flüchtlinge(n) helfen“ in den Monaten Mai bis August 95 unterschiedliche Asylwerbende für rund 70 AuftraggeberInnen im Einsatz. Zusammen kamen die Asylsuchenden in diesem Zeitraum dabei auf ein Stundenkontingent von 770 Arbeitsstunden und einem gemeinsamen Zuverdienst von 3080€. Im Schnitt war damit jeder von ihnen etwa acht Stunden im Einsatz. Ein erster positiver Schritt und ein gelungener Start für das noch junge Projekt „Flüchtlinge(n) helfen“, wie Eva-Maria Hochhauser-Gams und Manuela Meusburger von der Fachstelle für Integration des Sozialsprengel Raum Bludenz, finden. „Gerade in Zeiten zunehmender Emotionalisierung rund um das Thema „Flucht & Asyl“ ist es wichtig, einfache und niederschwellige Begegnungs- und Kontaktmöglichkeiten zu schaffen. Nur so kann ein friedliches Zusammenleben gewährleistet werden. Das Projekt bietet hierbei eine tolle Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens im gemeinsamen Tun. Das bedeutet für uns: je größer die Resonanz bzw. je mehr Auftraggeber und Kontakte im Rahmen des Projekts zustande kommen, desto besser ist dies für das Zusammenleben in der Kommune.“


Ein Miteinander fördern

In Kontakt treten und einander besser kennenlernen, um dadurch Ängste und Vorteile abzubauen, das ist einer der wichtigsten Aspekte des Projektes „Flüchtlinge(n) helfen“. Für die Asylwerbenden bietet sich damit nicht nur eine Möglichkeit, um während der oft langen Wartezeit auf eine Entscheidung im Asylverfahren einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen, sondern auch um zu einer schnelleren psychischen und emotionalen Stabilisierung in einer fremden Umgebung zu gelangen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Caritas Flüchtlingshilfe erleben im Alltag in den Quartieren immer wieder, wie belastend für geflüchtete Menschen dieses Warten auf ihren Asylbescheid und damit verbunden ihre ungewisse Zukunft ist. Das Projekt „Flüchtlinge(n) helfen“ leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Strukturierung des Tages, zur psychischen Stabilisierung und zur Integration von AsylwerberInnen“, weiß Vivien Fritsche von der Caritas Flüchtlingshilfe über den Stellenwert dieses integrativen Projektes zu berichten.

Detaillierte Informationen zum Projekt „Flüchtlinge(n) helfen, zum darin festgelegten Tätigkeitsfeld sowie zur Zielgruppe erhalten Sie beim Sozialsprengel Raum Bludenz, Tel. 05552-63621-435.

Weitere Auskünfte zu den verschiedenen Möglichkeiten, wie Flüchtlinge Ihnen, aber auch Sie Flüchtlingen helfen können, erhalten Sie bei der Caritas-Flüchtlingshilfe unter 05522 200 1790 (Montag–Freitag, 08:00–12:00 Uhr).

Hinweis

Sie befinden sich im Pressearchiv der Stadt Bludenz.
Diese Aussendung hat keinen Anspruch auf Aktualität.