Lebendige Städte und Gemeinden:

Wir brauchen mehr Zusammenarbeit und Bewusstsein bei jedem Einkauf Online-Einkauf

50% des Umsatzes fließen ins Ausland, 15.700 Pakete/Werktag in Vlbg. Seit gut zwei Jahren arbeiten Gemeinden, Regionen und Wirtschaft in der landesweiten Plattform „Blühende Stadt- und Ortszentren“ zusammen: Austausch, Aktionstage oder die Arbeit an konkreten Fragen helfen den Gemeinden bei ihren vielfältigen Anstrengungen, Zentren lebendig und attraktiv zu gestalten. Bei der heutigen Plattformsitzung in Lauterach haben die Partner einhellig die Bedeutung der gemeinsamen Arbeit bestätigt. Wichtig dabei: Noch besserer Informationsfluss und noch mehr gemeinsames Tun, das angekündigte Vorarlberger „Raumbild 2030“ kann hier helfen.

Eine Aufgabe ist auch das Bewusstmachen der Schattenseiten des Online-Einkaufs: 2016 wurden in Vorarlberg pro Werktag über 15.700 Pakete an Privatpersonen zugestellt.

Seit nunmehr zwei Jahren besteht die Plattform „Blühende Stadt- und Ortszentren“. Anlass war ursprünglich ein konkretes Raumplanungsvorhaben, inzwischen beschäftigen sich die Partner auf breiter Basis mit dem, was unsere Dörfer und Städte lebenswert macht. Mit Erfolg: „Der Stellenwert des Themas hat sich positiv entwickelt“, bestätigt Bgm. Rainer Duelli aus Übersaxen. Er ist als Obmann des Vereins „Dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung“ einer der Sprecher der Plattform. „Verschiedene Gemeinden und Partner stimmen sich verstärkt ab, die Sensibilität ist gestiegen.“

Landesweite Kooperation für Austausch und gemeinsame Aktivitäten Partner der Plattform sind Gemeinden, Regionen, Marketing- und Handelsorganisationen, das Land und die Wirtschaftskammer Vorarlberg. Sie nutzen diese Möglichkeit für Austausch und gemeinsame Aktivitäten und unterstützen gezielt die Akteure in den Gemeinden bei ihren Aktivitäten. „Diese landesweite, breite Form der Kooperation hat sich in zentralen Punkten bewährt“, zieht Bgm. Guido Flatz, Obmann der REGIO Bregenzerwald, Bilanz. „Zwei landesweite Aktionstage, die Fachveranstaltung im vergangenen Herbst und die gemeinsame Themenarbeit haben speziell auch die Entscheidungsträger und Akteure in den Gemeinden unterstützt.“ Aktuell koordiniert die REGIO Bregenzerwald die Plattform, der Verein „Dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung“ und andere Regionen und Gemeinden unterstützen nach Bedarf.

Es braucht mehr vernetztes Denken, mehr Abstimmung „Der Rückhalt für dieses Thema insgesamt ist groß, obwohl es naturgemäß in Details unterschiedliche Positionen gibt“, stellt Regio-Obmann Bgm. Flatz fest. Eine gemeinsame Erkenntnis: „Wir müssen deutlich vernetzter denken, mehr abstimmen, neue Wege finden – auch wenn dadurch der Vorteil des oder der Einzelnen kurzfristig vielleicht geringer ausfällt“, so Flatz stellvertretend für die Plattformpartner. Damit das gelingt, tragen die Partner in regelmäßigen Plattformtreffen Informationen zusammen und tauschen sich aus. Auch andere Formate wie Fachtagungen oder die Bearbeitung spezifischer Themen in kleineren Gruppen haben sich bewährt und werden fortgeführt. Einen positiven Beitrag dazu erwarten sich die Plattformpartner auch von der angekündigten Arbeit an einem „Raumbild 2030“ für Vorarlberg.

Beispiel Marktgemeinde Lauterach: Wie intensiv Gemeinden an attraktiven Zentren arbeiten, zeigt sich am Beispiel der Marktgemeinde Lauterach. Schon vor langem wurden in intensiven Planungen die zentralen Punkte im Ort identifiziert, die seither konsequent gestaltet und mit Leben gefüllt werden. „Wir legen bei Projekten viel Wert darauf, den Außenraum qualitätsvoll zu gestalten“, berichtet Doris Rohner, Vize-Bürgermeisterin der Marktgemeinde Lauterach. Unter dem Slogan „Lauterach blüht auf“ wurden z.B. Blühflächen und attraktive Aufenthaltsbereiche im Umfeld des Bahnhofs, beim Alten Sternen oder bei der Bushaltestelle beim Rathaus geschaffen. Der Obst- und Gartenbauverein betreut einen öffentlichen Garten mit Blumen, Sträuchern, Obst, Gemüse, bietet und einem Rastbereich, eine „Kinderbaustelle im Zentrum auch Naschgarten und Obstbäume. Dazu kommen verschiedenste Kultur- und Marktveranstaltungen, damit der Ort lebt.

Online-Handel: 50 % des Umsatzes wandert ins Ausland... Einer der Arbeitsschwerpunkte der Plattform „Blühende Stadt- und Ortszentren“ wird es in den kommenden Jahren sein, die vor Ort wirkenden „Schattenseiten“ des Einkaufs im Internet stärker bewusst zu machen. Immerhin wandert rund die Hälfte des Online- Umsatzes derzeit ins Ausland ab, was sich indirekt auch auf die Attraktivität von Stadtund Ortszentren auswirkt. „Wir sprechen hier klarerweise nicht von den Online-Aktivitäten heimischer Geschäfte oder von einer Abschottung“, so Theresia Fröwis, Unternehmerin und Spartenobfrau Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. „Aber es braucht mehr Bewusstsein für die möglichen negativen Wirkungen meiner Bestellung im Internet.“ Wirtschaftskammer und Land Vorarlberg unterstützen Unternehmen, Schulen und andere dabei, mit Chancen und Gefahren des Online-Handels umzugehen.

... und bedeutet mehr Verkehr: Über 15.700 Pakete pro Werktag in Vorarlberg Eine der sichtbarsten Schattenseiten des Online-Einkaufs sind die damit verbundenen Wachstumssprünge im Verkehr. Nach aktuellen Erhebungen wurden 2016 österreichweit 93 Millionen Pakete an Privatkunden ausgeliefert – gut ein Drittel mehr als im Vorjahr. „Auf Vorarlberg heruntergerechnet sind das über 4 Millionen Pakete jährlich oder 15.700 Stück pro Werktag“, macht Bgm. Guido Flatz deutlich. „Wenn man noch Retourenquoten von bis zu 50 Prozent berücksichtigt, ist ein Teil des Verkehrszuwachses in unserem Land gut erklärbar.“ Die Zahlen stammen aus einer im Juni 2017 präsentierten Umfrage der KMU-Forschung Austria unter 2.000 Personen im Auftrag des Handelsverbandes. Für ergänzende Informationen steht Lukas Schrott (REGIO Bregenzerwald; 05512/26000, lukas.schrott@regiobregenzerwald.at) zur Verfügung.

Hinweis

Sie befinden sich im Pressearchiv der Stadt Bludenz.
Diese Aussendung hat keinen Anspruch auf Aktualität.