Albrecht Zauner: „Resonanz“

Ausstellung ab 22. September in der Galerie allerArt

Im Rahmen der nächsten Ausstellung in der Bludenzer Galerie allerArt setzt sich der 1962 in Lindau geborene und heute in Lustenau lebende und arbeitende Künstler Albrecht Zauner unter dem Titel „Resonanz“ mit der Wechselwirkung zwischen skulpturalem Raum, dem Ausstellungsort und den Besuchern auseinander. Wobei Zauner den bildhauerischen Raum von der Galerie in den öffentlichen Raum des Vorplatzes erweitert.

Zentrales Thema im Schaffen Zauners, der an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Joannis Avramidis studiert hat, ist der Mensch. Im Vordergrund steht zumeist das Verhältnis von Körper und Raum, Proportionen und formales Experimentieren. Bevorzugte Materialien sind Stein und Bronze. In der Ausstellung in Bludenz kommt auch Gips, Stahl und Stroh eine tragende Rolle zu.

In seinen neuesten Arbeiten beschäftigt sich Albrecht Zauner mit der Sprache von Körpern und den von ihnen ausgehenden Schwingungen, den Resonanzen. Die Bewegung und Leichtigkeit eines Moments versucht der Künstler in massivem Stein einzufangen.

Der „white cube“ der Galerie allerArt stellt für den Künstler einen der schönsten Ausstellungsräume in Vorarlberg dar.  Zauner: „Ein Raum, der wie eine Insel nur den einen Zweck erfüllt: dem Menschen das 'Menschsein'  bewusst zu machen.“ Im Zentrum seiner Ausstellung steht eine real beobachtete Szene am Meer, die er mit „Maria“ und „Natalie“ im Innenraum skulptural nachstellt.
Die beiden Figuren aus Gips, Stahl und Stroh sind bezogen auf Sonne und Meer, aufeinander, auf sich selber und auf die Menschen um sie herum. Entsprechend kommt auch den Besuchern der Ausstellung eine integrale und dialogische Bedeutung zu. „Beobachten, vergleichen, zeigen, verbergen und  bewerten - bewusst oder unbewusst kommen Körper in Resonanz und es entstehen Geschichten. Je realer die Darstellung, desto direkter entsteht der Prozess des Mitschwingens,“ so der Künstler. Denn „Resonanz“ meint auch Reaktion und Zuspruch/Ablehnung seitens des Publikums.

Eine dritte Figur (2017, Südtiroler Marmor) liegt am Boden und ist ganz auf sich konzentriert. Zauner benennt sie mit “a-f“. Und zwar deshalb, weil der auf einer Holzpalette gelagerte und in Schwingung versetzte unbearbeitete Stein einen Ton in der Höhe des „eingestrichenen a“ von sich gab. Diesen bezeichnet man auch als Kammerton, denn es ist genau jene Tonhöhe, auf der die Instrumente einer Musikgruppe gleichhoch eingestimmt werden. Im bearbeiteten, fertigen Zustand veränderte sich dieses „a“ dann in die Tonhöhe „f“.
Eine einzelne, autonom für sich und doch in Bezug zu den Figuren stehende Bleistiftzeichnung rundet die reduzierte Ausstellung im „white cube“ ab. Eine bewusste Reduktion, die durch die Betrachterschaft, die die Figuren umwandelt, ihre Beseelung und eben Resonanz finden soll.

Bei den Figuren im Freien („ps 30“ und „salome“, beide aus Südtiroler Marmor) handelt es sich um  sogenannte „Gewandskulpturen“, für die die „Juppe“ der Bregenzerwälder Tracht formale Vorgaben lieferte. Auch diese Figuren treten in einen Dialog zueinander und übernehmen gleichzeitig den Vor- und Nachklang zu Zauners im Inneren des Gebäudes gestalteten bildhauerischen Raums.


Albrecht Zauner: „Resonanz“
Galerie Allerart, Bludenz
22.9.-5.11.2017
Eröffnung: 21.9., 20 Uhr
Mi-So 15-18
www.allerart-bludenz.at
www.facebook.com/galerieallerart/

Hinweis

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Diese Aussendung hat keinen Anspruch auf Aktualität.