Mit Jahresbeginn 1920 nahm die Städtische Musikschule ihren Betrieb auf. Erster Direktor war Heinrich Beutel. Es folgte eine sehr wechselvolle Geschichte mit einem Stillstand am Beginn des Zweiten Weltkriegs. 1942 wurde die Musikschule neu gegründet und entwickelte sich nach dem Krieg zusehends. Besonders unter Direktor Herbert Baumgartner gab es einen enormen Schülerzuwachs. Die daraus resultierenden Raumprobleme wurden mit der Adaptierung des Seitenflügels der Volksschule Mitte 1994 gelöst. Derzeit werden an der Schule zirka 770 Schüler/innen unterrichtet.

Direktor Thomas Greiner wird in seinem Vortrag die Geschichte und Entwicklung beleuchten. Die Veranstaltung wird von Ensembles der Musikschule umrahmt. Eintritt frei!

Das erste Erzählcafé im neuen Jahr ist den zahlreichen Wirtshäusern und Gaststätten gewidmet, die das gesellige Leben in Bludenz einst prägten. Ob Stammtisch, Frühschoppen, Vereinstreffen oder politische Diskussion, die Gasthäuser boten den Rahmen für Zusammenkünfte ernster wie geselliger Natur. Die einzelnen Hausbälle waren wichtige gesellschaftliche Ereignisse und Fixpunkte im Festkalender der Stadt. Einladende Gastgärten gehörten noch vor 50 Jahren zum Stadtbild und waren Ziel von so manchem Sonntagsausflug. Gasthäuser waren aber auch Arbeitgeber, wie sah die Arbeit hinter den Kulissen aus?

Erinnern Sie sich mit uns an die Wirtshauslandschaft in Bludenz und an die gesellige Seite der Stadt! Wie sah die Gasthauslandschaft in Bludenz einst aus? Wann besuchte man ein Wirtshaus und wer ging wohin? Welche Ereignisse wurden in einem solchen Rahmen gefeiert? Wie sah denn so eine Speisekarte vergangener Jahrzehnte aus? An welche Gastgärten können Sie sich noch erinnern? Wo liegen die markantesten Veränderungen, und was für Konsequenzen bringen sie mit sich? Interessante Fragen, zu denen Sie mit Ihren Erinnerungen Wesentliches beitragen können, wenn Sie mit uns über Vergangenes, die Veränderungen und die Gegenwart plaudern.

Die Herausgabe der Bludenzer Stadtgeschichte, Teil 20. Jahrhundert, wird seit einigen Jahren bearbeitet und geht nun in die Endphase. Zahlreiche, auch international tätige Autorinnen und Autoren beschäftigen sich mit verschiedenen zeitgeschichtlichen Aspekten der Stadt. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Fotosammlungen, Zeitzeugeninterviews, Zeitungsrecherchen und Vorträgen begleitet das Buch seit dem Start des Projekts. Die Herausgeber des Bandes geben ihnen an diesem Abend einen Überblick über den Stand der Arbeiten.

Das Jahr 1933 brachte einschneidende Veränderungen in Österreich mit sich: Der christlichsoziale Bundeskanzler Engelbert Dollfuß verließ den demokratischen Weg, das löste das Parlament auf, und errichtete einen „Ständestaat auf christlicher Grundlage“. 1934 folgte ein doppelter Bürgerkrieg: Im Februar wurde ein Aufstandsversuch der Sozialdemokraten blutig niedergeworfen, im Juli versuchten die Nationalsozialisten gewaltsam an die Macht zu gelangen und ermordeten den Kanzler.

 In diesem Jahr wurden die Sozialdemokraten und die Kommunisten auch in Vorarlberg in die Illegalität gezwungen. Anton Linder, der Führer der Vorarlberger Sozialdemokratie, ging ins Exil in die Schweiz und kehrte erst 1945 zurück. Sozialdemokratische Aktivisten wie der Bludenzer Franz Zoller wurden kurzfristig verhaftet und kämpften anschließend im Untergrund gegen die autoritäre Regierung.

Eine wichtige Rolle im Entdemokratisierungsprozess der Ersten Republik spielten auch Vorarlberger: Landeshauptmann Otto Ender war unter Dollfuß Verfassungsminister, Ulrich Ilg, der Obmann des Landesbauernbundes, Staatssekretär für Land- und Forstwirtschaft. Nach 1945 wurde er Landeshauptmann. Dieses Amt hatte er bis 1964 inne.

Die Vorarlberger NSDAP – hinter ihr standen die ökonomisch dominierenden Textilfabrikanten – war nicht gewillt, der Etablierung der Dollfuß-Diktatur tatenlos zuzusehen. Die „NS-Illegalen“ überzogen 1933/34 das Land mit einer Terrorwelle, obwohl auf Sprengstoffbesitz die Todesstrafe stand. Heimische SA- und SS-Einheiten versuchten mit Propagandaaktionen die Bevölkerung für die nationalsozialistische Bewegung zu gewinnen.

 Der Vortrag zeichnet die Hintergründe des Bürgerkriegsjahres – das sich heuer zum 75sten Mal jährt – und die Auswirkungen im Lande nach. Nach 1945 wurde in der Öffentlichkeit lange Zeit von den beiden Diktaturen nicht gesprochen: Der Zeitabschnitt 1933 bis 1938 wurde beschönigend als die „andere Demokratie“ bezeichnet, der heimische Anteil an der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft (1938-1945) wurde jahrzehntelang tabuisiert.

Der Arlbergtunnel feiert dieses Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Durch seine Errichtung wurde Vorarlberg nicht nur verkehrstechnisch enger mit den östlichen Landesteilen der ehemaligen k.u.k. Monarchie verbunden, sondern die Arbeiter beim Bahnbau und später die Beschäftigten im Umfeld der Bahn wirkten sich auch nachhaltig auf das Leben im Städtle aus. Eigene Siedlungsbereiche entstanden, Interessensgemeinschaften bildeten sich und veränderten und beeinflussten das soziale, kulturelle und politische Leben von Bludenz.

Erinnern Sie sich mit uns an Bludenz als eine Stadt, die durch die Eisenbahn und die ‚Eisenbahner’ geprägt wurde. Welche Erlebnisse verbinden Sie persönlich mit der Bahn? Welche Möglichkeiten eröffnete die Bahn den Bewohnerinnen und Bewohnern von Bludenz? Welchen Stellenwert hatte die Bahn einst, welchen heute und wie wirkte sie sich Ihren Erinnerungen zufolge auf das Leben in Bludenz aus? Interessante Fragen, zu denen Sie mit Ihren Erinnerungen Wesentliches beitragen können.

 Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

Am 1. April 1938 berichtete der Obmann des Bezirkes Montafon der Alpenvereinssektion Vorarlberg, zu Beginn der 56. Jahreshauptversammlung in Schruns den etwa 35 Besuchern: „Viel ist nicht zu melden, da durch die glückliche Heimkehr der Ostmark in das großdeutsche Vaterland wichtigere u. dringendere Arbeiten in den Vordergrund getreten sind.“ Wie kann diese Aussage eines führenden Funktionärs des Alpenvereins, die wenige Tage nach der Machtübernahme durch das nationalsozialistische Regime und kurz vor der sogenannten „Volksabstimmung“ vom 10. April getätigt worden war, in Bezug auf die ideologische Ausrichtung des damaligen Alpinismus beziehungsweise der diesen ausübenden Bergsteigerinnen und Bergsteiger historisch eingeordnet werden?

 Im Vortrag soll am Beispiel des Montafons das Zusammenwirken von Bergsport und Nationalsozialismus näher beleuchtet werden, denn die gesellschaftliche und politische Dimension des Alpinismus auf regionaler Ebene wurde bisher kaum näher untersucht, obwohl es bekanntermaßen zahlreiche ideologische Gemeinsamkeiten zwischen Faschismus und Alpinismus gab. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen der Alpenvereinsbezirk Montafon mit der übergeordneten Sektion Vorarlberg sowie die verschiedenen regionalen Wintersportvereine und Skiclubs mit ihren jeweiligen Mitgliedern und Funktionären.

Vor 75 Jahren, am 27. März 1934, verstarb Grete Gulbransson. Mit ihrem Werk „Geliebte Schatten“ hat sie uns ein literarisches Werk hinterlassen, das zu einem Bestseller wurde und in dem ihre Familiengeschichte mit den ihr eigenen Worten beschrieben wird. Zudem dokumentiert dieses Buch auch früheres Leben und Landschaft unserer Region. Dazu kommt, dass die Villa Falkenhorst den Hauptschauplatz dieser Familiengeschichte darstellt. Gründe genug, um wieder einmal das Leben vieler bedeutenden Persönlichkeiten unseres Landes bei einer Lesung kennen zu lernen und eine vergangene Zeit wieder aufleben zu lassen.

Eintritt: 5 Euro

 

 

Im April des Vorjahres wurde das Jüdische Museum Hohenems nach einer Umbau- und Renovierungsphase feierlich wiedereröffnet. Es erinnert als regionales Museum an die landjüdische Gemeinde Hohenems und deren Beiträge zur Entwicklung Vorarlbergs und der umliegenden Regionen. Zugleich beschäftigt es sich mit der jüdischen Gegenwart in Europa, der Diaspora und Israel und mit Fragen der Zukunft der europäischen Einwanderungsgesellschaft. Das Museum erinnert an das Ende der jüdischen Gemeinde in Hohenems, an die regionale NS-Geschichte, Vertreibung und Deportation der letzten Gemeindemitglieder, an Antisemitismus und Holocaust. Damit gelingt in der neukonzipierten Dauerausstellung, was viele andere Museen nicht einmal versuchen: ein Brückenschlag von der Vergangenheit in die Gegenwart jüdischen Lebens. In der jüdisch-amerikanischen Zeitung Forward (New York) wird das Jüdische Museum in Hohenems als eines der innovativsten jüdischen Museen Europas bezeichnet.

 

Ziel der Exkursion ist es, einen Einblick in die neu zusammengestellte Ausstellung unter kompetenter Führung durch den Museumspädagogen Helmut Schlatter zu gewinnen. Nach einer kurzen Kaffeepause statten wir dem jüdischen Friedhof einen Besuch ab, um im Museum gewonnene Eindrücke zu vertiefen.

 

Anmeldung bis spätestens 30. April 2008 bei Hannes Liener (Tel. 05552/67016 oder hannes.liener@vol.at) (Kosten fallen für die Busfahrt, den Eintritt und einen allfälligen Kaffee an)

 

Auch in Bludenz haben sich in der Vergangenheit die Menschen in verschiedensten Vereinen zusammengeschlossen, die das gesellschaftliche Leben im Städtle entscheidend geprägt haben. Die Motive dafür waren vielfältig: Brandbekämpfung, musikalische Neigungen, sportliches Interesse, religiöse Anliegen, politische Anschauungen, kulturelle Ambitionen, wirtschaftliche Interessen, soziales Engagement oder einfach die Freude an der Gemeinschaft und Geselligkeit veranlassten die Bludenzerinnen und Bludenzer, sich in einem Verein zu engagieren. Andere hingegen haben sich ganz bewusst einem Vereinsleben entzogen.

Erinnern Sie sich mit uns an interessante Episoden aus dem Vereinsleben von Bludenz und erzählen Sie uns, welcher Verein Ihnen etwas bedeutet hat oder weshalb Sie nie ein Vereinsmitglied geworden sind! Durch die Veranstaltung führt wie gewohnt Dr. Brigitte Truschnegg.

 

Im Zentrum des nun schon 6. Erzählcafés stehen diesmal Kirche und Religion im Wandel der Zeit. Beide beeinflussten das Leben im Städtle sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich. Welche Rolle spielt(e) die Religion im Alltagsleben? Was bedeutete der Nationalsozialismus für die Religionsausübung? Wie lässt sich das Verhältnis Politik und Religion im Verlauf der Jahrzehnte beschreiben? Welche Bedeutung kam und kommt der Kirche im Bereich Erziehung, Bildung, Jugendbetreuung und Vereinsleben zu? Interessante Fragen, die die Institution Kirche einerseits und das religiöse Leben der Bludenzerinnen und Bludenzer andererseits betreffen.

Vieles hat sich im Lauf der Jahre verändert, anderes wiederum nicht. Wir laden Sie ein, uns Ihre Erfahrungen mit Kirche und Religion sowie Ihre Erinnerungen an religiöse Bräuche oder Feste zu erzählen und sich gemeinsam zu erinnern.

 

Das Zentralarchiv Getzner, Mutter & Cie wurde vor etwa 20 Jahren begründet. Obwohl es in der Zwischenzeit zu einem der bedeutendsten und bestens erschlossenen Firmenarchive Vorarlbergs und zu einem wichtigen Regionalarchiv im Vorarlberger Oberland wurde, blieb es jedoch bis heute ein nicht allgemein zugängliches Privatarchiv. Es werden am nunmehrigen Sitz in der Annastraße ca. 7.000 Faszikel und etwa 2.500 Bilddokumente aus verschiedensten industriegeschichtlich relevanten Bereichen verwahrt, so z. B. Wasserrechtsakten, Akten zur Häusergeschichte, zu Grund- und Boden, Wald, Mitarbeitern und Sozialgeschichte, zur Entwicklung der Betriebe usw. Auf die umfangreichen Bilddokumente wird immer öfter auch von verschiedenen Wissenschaftlern zugegriffen. Im Zentralarchiv konnte zudem ein eigens programmiertes Erfassungssystem installiert werden, das in der Lage ist, direkt vom PC aus die Faszikelbögen zu bedrucken. Der Begründer und Leiter des Archivs, Manfred A. Getzner (Feldkirch), wird durch das Archiv führen und mit den Teilnehmern einschlägige Fragen zu den Aktenbeständen und zum Erfassungssystem diskutieren.

Achtung! Aus Platzgründen ist die Teilnehmerzahl auf 10 Personen begrenzt, weshalb für die Veranstaltung eine Voranmeldung bis spätestens 1. März 2009 unter Tel. 05552/ 67016 (abends) oder unter hannes.liener@vol.at  notwendig ist.

 

In den vergangenen Monaten haben sich über 40 Bludenzerinnen und Bludenzer bereit erklärt, in Interviews über ihre Erinnerungen zu erzählen, die in den zweiten Band der Geschichte der Stadt Bludenz einfließen werden. An diesem Abend berichten zunächst stellvertretend zwei von Ihnen über Ihre Erfahrungen mit dem Leben im Städtle in all seinen Facetten. Sie erinnern sich an historische Ereignisse, alte Bräuche und Geselliges, erzählen Schulanekdoten und Episoden aus dem Vereinsleben und laden danach alle Besucherinnen und Besucher zum Miterzählen und Erinnern ein.

 

Mit den "Quergängen" erzählt der Historiker Meinrad Pichler nicht nur 16 spannende Vorarlberger Biografien aus dem 19. und 20. Jahrhundert; zugleich gelingt es ihm, den einzelnen Lebensgeschichten die jeweiligen landesgeschichtlichen Hinter- und Abgründe wie eine zweite Folien zu unterlegen. Auch der Bludenzer Raum ist mit spannenden Geschichten vertreten.  Aus diesen wird der Autor an diesem Abend lesen.

 

Während im ersten Teil der Präsentation von historischen Ansichten von Bludenz die Entwicklung des Stadtbildes im Vordergrund stand, stehen im zweiten Teil die Menschen im Mittelpunkt des Interesses. Die Sammlung Franz-Karl Eggler ist eine wichtige Quelle für wesentliche Ereignisse der Stadtgeschichte. Eine Auswahl interessanter Motive dokumentiert die Entwicklung von der Jahrhundertwende über die Zeit des Ersten Weltkriegs bis hin zur NS-Herrschaft, wobei bisher wenig bekannte Darstellungen ausgewählt werden. Ein wichtiger Bereich ist das Vereinsleben, dem ein weiterer Schwerpunkt in der Präsentation gewidmet sein wird.

Zur Ausstellung sprechen Mag. Christof Thöny und Franz-Karl Eggler

 

Der Aufbau eines Fotoarchivs für die Stadt ist als wesentlicher Meilenstein in der Vorbereitung zur Herausgabe des zweiten Teils des Bludenzer Stadtbuches zur Geschichte des 20. Jahrhunderts geplant. Historisches Fotomaterial aus Privatbesitz, aus Archiven und aus der Literatur sollen zu diesem Zweck gesammelt werden.

Erfreulicherweise stellt der Bludenzer Buchhändler und Sammler Franz-Karl Eggler zu diesem Zweck seine rund 5000 Bilder umfassende Ansichtskartensammlung zur Verfügung. Zahlreiche Motive aus dem Verlag „Heinzles Erben“ seiner Vorfahren dokumentieren den Wandel der Stadt Bludenz und der Region während des 20. Jahrhunderts. Daneben sammelte Eggler über viele Jahre historische Ansichten, die er nach einem wohlgeordneten System archivierte.

Eine Auswahl der interessantesten Darstellungen soll in drei Ausstellungen im Rathaus Bludenz einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die erste Ausstellung widmet sich historischen Ansichten von Bludenz, die zweite wichtigen Ereignissen während des 20. Jahrhunderts und die dritte Ausstellung (welche im Herbst anlässlich der Langen Nacht der Museen eröffnet wird) Motiven aus der Region. Die Ausstellungen werden von Christof Thöny kuratiert, der auch für die Digitalisierung der Bilder verantwortlich zeichnet.

Josef Vallaster aus dem Silbertal war ein Massenmörder im Holocaust. Er mordete Kranke in Hartheim und Juden in Sobibor. Beim Aufstand in Sobibor wurde er erschlagen. Er gehört damit zu den vielen Tätern aus Österreich.

Was wissen wir über diese Täter? Inwiefern unterscheidet sich Vallaster von der Mehrzahl seiner Landsleute? Welche Rolle spielen er und die Täter allgemein im österreichischen Gedächtnis? Wie ging man mit der Erinnerung an sie und ihre Taten um und welche Bedeutung könnte dieser Erinnerung zukommen? Können wir etwas lernen? Was?

Mit diesen Fragen sind noch weitere verbunden, wie die nach den Opfern und der Erinnerung an sie oder nach der Bedeutung, womöglich nach der Berechtigung des Kriegergedenkens.

Werner Dreier forschte und publizierte zur neueren Vorarlberger Landesgeschichte. Er leitet (gemeinsam mit Peter Niedermair) erinnern.at, das sich mit Lehren und Lernen über Nationalsozialismus und Holocaust beschäftigt.

Das neueste Buch unseres früheren Ausschussmitgliedes Josef Concin ist ein Fotobildband mit 620 Abbildungen auf 328 Seiten und soll vor allem als Handbuch für Maturatreffen dienen. Es zeigt die Anfänge der Schule im Jahr 1940 in den Räumlichkeiten des Klosters St. Peter und listet den gesamten Lehrkörper und alle Maturanten der Jahre 1940 bis 1980 in Wort und Bild auf. Weitere Kapitel sind der Schulneubau im Unterfeld, Alltag in der Schule, Ausflüge und Wienfahrten, Tanzkurse, Schulwege, Turnstunden uvm. Berhard Jochum behandelt in einem weiteren Artikel die Geschichte der Mittelschulverbindung Sonnenberg.

Gelegenheiten und Möglichkeiten zum Zusammenkommen und zum Feiern haben sich in Bludenz selbst in schwierigen Zeiten gefunden, und oft wurde die Freizeit mit einfachsten Mitteln und Fantasie gestaltet. Aber auch Gasthäuser, Veranstaltungen, Vereinsfeste und private Zusammenkünfte boten den Bludenzerinnen und Bludenzern damals wie heute Spaß und Ablenkung vom manchmal beschwerlichen Alltag. Welches Gasthaus, welcher Gastgarten weckt Ihre Erinnerungen? Welches Vereinsfest, welcher Hausball war ein bedeutsamer Punkt im jährlichen Festkalender? Erinnern Sie sich mit uns an Geselliges aus neun Jahrzehnten und erzählen Sie uns, wo und wie Ihnen das „Städtle“ Unterhaltsames bot!

Das Verbot des Pop-Open-Air Flint im Jahre 1971 gab den Anstoß zu einer Kultur- und Jugendbewegung in Vorarlberg, die auch das „Städtle“ Bludenz erfasste. Das legendäre Musikcafé „Haus“ erwacht nun für einen Abend zum Leben – Zeitzeugen erzählen und alle sind herzlich eingeladen, mit zu diskutieren.

Das Bludenzer Stadtmuseum entstand infolge der Sammeltätigkeit des Heimatschutzvereins Bludenz-Sonnenberg und wurde 1922 im Oberen Tor eröffnet. Parallel dazu hat die Stadt ein Depot angelegt, in welchem jene Objekte aufbewahrt werden, die aufgrund ihrer schadhaften Erhaltung oder auch minderen Bedeutung nicht in den Museumsrundgang integriert werden konnten. Im Sommer 2007 hat die Stadt nun die Restaurierung ausgewählter Objekte aus dem Depot in Angriff genommen, die künftig dem interessierten Publikum gezeigt werden sollen. Zu den ersten Objekten gehören Alt-Bludenzer Möbel, die in der Barockzeit entstanden sind. Bemerkenswert ist etwa ein eintüriger Schrank, der in hellblauer Farbe feine Rokoko-Ornamentik zeigt.

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins referiert Univ.-Prof. Dr. Alois Niederstätter über die Bedeutung der historischen Vereine in der wissenschaftlichen Erforschung der Geschichte Vorarlbergs. Der Vortrag bildet die Finissage der bis zu diesem Tag im Rathaus der Stadt Bludenz zugänglichen Ausstellung „20 Jahre Geschichtsverein Region Bludenz“.

Die Stadt Bludenz hat die Herausgabe des zweiten Bandes zur Stadtgeschichte in Auftrag gegeben. Thema dieses Bandes ist die Geschichte des 20. Jahrhunderts, eine Epoche, die jede Bürgerin und jeder Bürger der Stadt in unterschiedlicher Länge und Intensität miterlebt hat. Ziel dieser Veranstaltung ist es, dass sich alle Interessierten in zwangloser Kaffeehaus-Atmosphäre über das frühere Leben in der Stadt unterhalten können. Thema der ersten Gesprächsrunde sind die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, eine Zeit der Entbehrungen aber auch der großen Hoffnungen.

 

Der 1987 gegründete Geschichtsverein Region Bludenz ist in der Zeit seines Bestehens zu einem der wichtigsten Kulturträger der Region geworden. Allein die Reihe „Bludenzer Geschichtsblätter“ umfasst bereits 84 Hefte, dazu kommt eine große Zahl von Vorträgen, Exkursionen, Zeitzeugengesprächen und anderen Aktivitäten.

Wir wollen in einer Ausstellung die Stationen der historischen Erforschung von Bludenz und seiner Umgebung durch den Geschichtsverein nachzeichnen. Univ.-Prof. Dr. Alois Niederstätter wird in seinem Festvortrag auf die Bedeutung der historischen Vereine in der wissenschaftlichen Erforschung der Geschichte Vorarlbergs eingehen.

 

Für die Aufarbeitung der Geschichte der Stadt Bludenz von 1900 bis in die Gegenwart werden seit einigen Monaten Gespräche mit Bludenzerinnen und Bludenzern geführt. Diese erinnern sich dabei an die verschiedensten Lebenssituationen im ‚Städtle’ und lassen die Entwicklungen und Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte gedanklich Revue passieren. Anhand von praktischen Beispielen werden sowohl die Möglichkeiten als auch die Schwierigkeiten, welche die historische Verarbeitung von Erinnerungen mit sich bringen, thematisiert.

Im Rahmen des vom Katholischen Bildungswerk Vorarlberg getragenen Projekts „Carl Lampert erinnern“ finden im November Zeitzeugengespräche über das kirchliche Alltagsleben Vorarlbergs während der NS-Zeit statt. Nicht die politische Geschichte, sondern das alltägliche Leben in den Pfarreien, etwa die kirchlichen Jugendarbeit, stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses.

Moderation: Mag. Christof Thöny

Die Tal- und Bergstation der Alpenseilbahn Muttersberg ist von 30. September bis 31. Oktober Schauplatz einer Ausstellung, die sich mit der touristischen Geschichte der Region auseinandersetzt. Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Tourismusvereine in Bludenz, Nüziders, Braz und der Alpenseilbahn Muttersberg werden zahlreiche touristische Highlights aus der Blütezeit des Tourismus in Schrift und vor allem in Bildern präsentiert.

Als im zu Ende gehenden 19. Jahrhundert immer mehr Touristen in die Region Bludenz kamen, entstanden vor Ort so genannte Verschönerungsvereine, deren wichtigste Aufgabe es war, das Reiseziel der Gäste so „schön“ wie möglich zu gestalten. Später reisten die Fremden motorisiert an, und fortan nannten sich die örtlichen Organisationen „Verkehrsvereine“. Inzwischen scheint längst klar, dass die Attraktivierungsmaßnahmen der Tourismusvereine sowohl dem Gast als auch dem Einheimischen zugute kommen, und die Vereinsnamen etwa in Bludenz und Nüziders haben darauf reagiert und nennen sich heute „Verein für Tourismus & Freizeit“

Der Tourismus an sich und die Arbeit der Tourismusvereine werden heute von der Bevölkerung sehr ambivalent wahrgenommen und finden gerade in jenen Bevölkerungsschichten, die nichts oder scheinbar nichts mit dem Tourismus zu tun haben, immer wieder Kritik. Die Ausstellung der Tourismusvereine Bludenz, Nüziders, Braz und der Alpenseilbahn Muttersberg möchte aus Anlass ihres gemeinsamen 50-jährigen Bestehens ihre Leistungen aufzeigen und einer breiten Bevölkerung in Erinnerung rufen.

Die Ausstellung stellt in der Talstation auf rund 30 Tafeln die wichtigsten Meilensteine in der touristischen Entwicklung der genannten Institutionen dar. Der Campingplatz in Nüziders, der Golfplatz in Braz und das Val Blu Resort in Bludenz zählen etwa dazu. Aber auch die organisatorischen Rahmenbedingungen werden angesprochen: Der Bogen spannt sich dabei vom ehrenamtlich organisierten Dia-Vortragsabend bis hin zum professionellen, international ausgerichteten Event. Der zweite Ausstellungsteil in der Bergstation der Alpenseilbahn Muttersberg vermittelt eine bildliche Zeitreise der letzten fünf Jahrzehnte unter Verzicht auf kommentierender Texte.

Die Ausstellung wurde von Andreas Rudigier und Christof Thöny konzipiert und mithilfe von Urs Pfluger und Wolfgang Steinlechner grafisch und drucktechnisch ungesetzt. Sie ist bis von 30. September bis 31.Oktober während der Betriebszeiten der Alpenseilbahn Muttersberg zu besichtigen.

Rahmenprogramm:

Tourismus 1956-2006. Vortrag zum Thema der Ausstellung von Andreas Rudigier und Christof Thöny (Bludenz, Novabräu, Mittwoch, 4. Oktober 2006, 20.00 Uhr)
Zeitzeugen aus Bludenz erzählen aus der Pionierzeit des Tourismus (Bludenz, Novabräu, Sonntag, 15. Oktober, 11.00 Uhr)
Zeitzeugen aus Nüziders erzählen aus der Pionierzeit des Tourismus (Nüziders, Gemeindehaus, Mittwoch, 18. Oktober, 20.00 Uhr)
Zeitzeugen aus Braz erzählen aus der Pionierzeit des Tourismus (Braz, Gasthof Rössle, Mittwoch, 25. Oktober, 20.00 Uhr)

Die Gründung des Tourismusvereins Bludenz sowie der Alpenseilbahn Muttersberg im Jahre 1956 bedeuteten wichtige Meilensteine der Tourismusgeschichte der Region nach dem Zweiten Weltkrieg. In den vergangenen fünf Jahrzehnten gingen davon nachhaltige Impulse für die Bewerbung der Stadt Bludenz und ihrer Umgebung als Ferienregion aus. Im Gespräch mit Zeitzeugen werden wichtige Momente der touristischen Entwicklung aufgezeigt, nicht zuletzt wollen wir auch die alten Bludenzer Gasthäuser in Erinnerung
rufen.

Im Rahmen der Langen Nacht der Museen gestalten die Referenten eine wirtschaftshistorische Führung in einen der bekanntesten Bludenzer Betriebe, der dieser Tage sein 125-jähriges Bestehen feiert.

Anlässlich der Ausstellung zum 50. Bestandsjubiläum der Tourismusvereine Bludenz, Nüziders und Braz sowie der Alpenseilbahn Muttersberg findet in der Region eine kleine Veranstaltungsreihe – beginnend mit einem Vortrag zum Thema – statt. Anhand einer Auswahl von Bilder aus dem reichhaltigen Fundus der Vereine sowie privater Leihgeber wird die Entwicklung des Fremdenverkehrs in der Region nach dem Zweiten Weltkrieg präsentiert. Besonderes Augenmerk wird auf jene Impulse gelegt, die von den örtlichen Vereinen ausgingen und die Infrastruktur der Orte nachhaltig prägten.

 

Die Arbeiterbewegung bestimmte die gesellschaftliche und politische Entwicklung der Stadt Bludenz entscheidend mit. Industrie und Eisenbahn prägen gerade in der Region Bludenz traditionell die Arbeits- und Lebenswelten vieler Menschen. Die – nicht immer konfliktfreie – historische Entwicklung der Arbeiterbewegung in Bludenz ist das Thema dieses zeitgeschichtlichen Rundgangs. Auf den Spuren der Arbeiterbewegung führt diese Exkursion quer durchs Stadtgebiet von Bludenz.