9. Bludenzer Erzählcafé: Die Geschäftswelt von Bludenz im Wandel der Zeit

 Es ist wieder soweit, erinnern Sie sich mit uns im ersten Erzählcafé nach der Sommerpause an das bunte Geschäftsleben in Bludenz der vergangenen Jahrzehnte. ‚Originale’ der Bludenzer Geschäftswelt sind vielen in Erinnerung geblieben, ebenso wie Geschäftslokale mit ‚besonderem’ Ambiente. So manche/r hat in einem der Schaufenster ein Wunschobjekt gesichtet und dann das erste verdiente Geld dorthin getragen. Erinnern Sie sich noch an das eine oder andere Geschäft?

Handel und Verkauf boten außerdem wichtige Arbeitsmöglichkeiten im unmittelbaren Umfeld, wenn auch unter anderen Bedingungen als heute. Haben Sie vielleicht selbst in diesem Bereich eine Ausbildung gemacht oder gearbeitet?

Die ‚geschäftige’ Innenstadt war aber vor allem auch ein Ort der Kommunikation für die „Städtler“ wie für die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Gemeinden und hat darüber hinaus das äußere Erscheinungsbild der Stadt geprägt. Wie hat sich diese Geschäftswelt im Lauf der Jahre gewandelt? Wie hat sich das Einkaufen als solches verändert?

Lassen Sie mit uns die Geschäftswelt von Bludenz der vergangenen Jahrzehnte Revue passieren und erzählen Sie von Ihren Erfahrungen und Erlebnissen der alltäglichen wie der besonderen Art.

Der Lehrerinnenzölibat in Vorarlberg

Vortrag von Dr. Ulrich Nachbaur, Vorarlberger Landesarchiv

 Im Frühjahr fand eine Vortragsreihe im Vorarlberger Landesarchiv zum Thema „Verbotene Liebe“ statt. Dabei ging es um Geschichten, die das Leben wirklich schrieb. Die Inhalte der Vorträge kreisten um Recht, Sitte und Moral, um Normen, die uns im Rückblick teilweise erheitern und erstaunen; um Vorschriften und Haltungen, die das Liebesleben vieler Menschen und damit ihr Leben bestimmten.

Es freut uns, Dr. Ulrich Nachbauer vom Vorarlberger Landesarchiv als Referenten gewonnen zu haben. Er wird sich im heutigen Vortrag dem Thema des „Lehrerinnenzölibats“ annehmen, einem Begriff, der der heutigen Generation seltsam erscheinen muss.

Als der liberal dominierte Landtag 1869 ein erstes Volksschulgesetz beschloss, bestimmte er: „Als freiwillige Dienstesentsagung wird auch jede Verehelichung einer Oberlehrerin oder Unterlehrerin […] angesehen.“ Bis 1949 verloren die Lehrerinnen an Vorarlbergs öffentlichen Pflichtschulen mit dem Eheversprechen automatisch ihre Anstellung. Weshalb wurde ihnen die Ehe verboten? Wie wirkte sich dieses Verbot aus? War Vorarlberg ein Sonderfall?

Und wenn jemand nicht weiß, warum Kinder noch heute zu ihrer Lehrerin „Fräulein“ sagen, kann dieser Vortrag erleuchtend wirken.

20 Uhr (Fa. Suchard): „Eine Geschichte in Lila – die Suchard im Wandel der Zeit“

Vortrag von Dr. Franz Valandro auf dem Gelände der Firma Suchard

 

21 Uhr (Bahnhof Bludenz): „Die E-Lok-Entwicklung in den 30er-Jahren“

Vortrag von Dr. Emmerich Auer am Bahnhof Bludenz

„Achtzehnhundertundzutodegefroren“ – Die Hungersnot 1816/17 im Süden Vorarlbergs

Vortrag von MMag. Michael Kasper

In den Jahren 1816/17 kam es unter anderem aufgrund eines Vulkanausbruchs in Indonesien zu einer globalen Abkühlung und zahlreichen daraus resultierenden Naturkatastrophen sowie zu weitreichenden Ernteausfällen. Im kühlen und schneereichen Winter 1816/17 ereigneten sich daher besonders viele Lawinenabgänge und die spärlichen Nahrungsvorräte gingen in vielen Regionen zur Neige, sodass im Frühjahr 1817 aufgrund der Unter- und Mangelernährung vermehrt Krankheiten auftraten, die zu einer erhöhten Sterblichkeit führten. In den Sommermonaten folgten schwere Überschwemmungen und Hagelschäden. Erst mit der Ernte im Herbst 1817 ging die Hungersnot in den meisten Gebieten zu Ende. In manchen höher gelegenen Bereichen besserte sich die Lage schließlich erst nach einem weiteren harten Winter im Sommer 1818.

Begleitend zur diesjährigen Sommerausstellung in den Montafoner Museen „Jahre der Heimsuchung. Historische Erzählbilder von Zerstörung und Not im Montafon“ wird im Vortrag auf die Ereignisse, die sich in den Jahren 1816/17 im Süden Vorarlbergs zutrugen, eingegangen. Außerdem werden die Hintergründe der Ernährungskrise näher beleuchtet und die Gegenstrategien der Obrigkeit sowie die Reaktionen der Bevölkerung dargestellt. Schließlich wird auch ein Blick auf die Situation in den umliegenden Regionen geworfen und damit die Lage im südlichen Vorarlberg in einen etwas größeren Kontext eingeordnet.