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Bludenzer Kindergartenpädagoginnen organisieren Elternfortbildung

Vortrag mit türkischer Übersetzung


Großen Anklang fand ein Vortrag zum Thema „Kinder brauchen Grenzen, brauchen Kinder Grenzen?“ im Rathaus Bludenz. Die Psychologin Regina Sams referierte im Rahmen des Projektes „Kinder brauchen Antworten“ vom Institut für Sozialdienste (Ifs) vor einem interessierten Publikum zu Erziehungsfragen. Das Projekt hat zum Ziel, Väter und Mütter mit Kindern bis vier bei ihren Erziehungsaufgaben zu unterstützen.

 „Erziehung bedeutet Unterstützung und Förderung heranwachsender Kinder zu selbstständigen und eigenverantwortlichen jungen Menschen“, so die Kernbotschaft von Sams. Das besondere an diesem Abend war, dass der Vortrag mittels einer Dolmetscherin in die türkische Sprache übersetzt wurde. Ca. 30 interessierte Eltern nahmen an dem Vortrag teil und diskutierten lebhaft in türkischer und deutscher Sprache mit.

Drei Themenabende werden in dieser Vortragsreihe abgehalten und von den Bludenzer Kindergartenpädagoginnen organisiert. Der Abend bot die Möglichkeit, sich in lockerer Atmosphäre unter fachkundiger Begleitung mit anderen Eltern auszutauschen und wertvolle Tipps und Informationen zu hören. Die Veranstaltung wird von der Stadt Bludenz, vom Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz sowie vom Land Vorarlberg gefördert.

Chancen eröffnen – Hemmschwellen abbauen

Stadt Bludenz und Caritas organisierten Treffen mit AsylwerberInnen – Ziel ist eine bessere Einbindung der Flüchtlinge 

Bürgermeister Mandi Katzenmayer und Sozialplaner Harald Bertsch luden am 7. November alle 82 in Bludenz lebenden Konventionsflüchtlinge und AsylwerberInnen sowie Vertreter der Arbeitsgruppe Integration zu einem Gespräch, „um Probleme und Erfolge zu erörtern und uns näher kennen zu lernen“. „So etwas hat es in Vorarlberg noch nie gegeben“, zeigte sich Caritas-Direktor Peter Klinger begeistert von der Offenheit der Stadt Bludenz gegenüber den AsylwerberInnen in der Stadt“

Bei den Schilderungen der AsylwerberInnen wurde schnell klar, wo der „Schuh“ drückt, wie das Beispiel eines 20-jährigen Mannes aus Dagestan zeigt: „Ich bin jung, ich brauche eine Ausbildung, ich brauche Arbeit.“ Während Konventionsflüchtlinge durch die positive Beurteilung ihres Asylantrages in Österreich arbeiten dürfen, sind AsylwerberInnen zum Nichtstun verdonnert. „Wir können uns schlecht integrieren, weil wir sehr abgeschirmt leben“, hofft eine junge Frau auf mehr Einbindung in die Gesellschaft. Der Schlüssel dazu sei die deutsche Sprache. Doch auch wenn die Grundkenntnisse in Kursen vermittelt werden, fehlt häufig der Kontakt, um das Gelernte einzuüben. Ein dreifacher Familienvater brachte schließlich ein weiteres Grundproblem zur Sprache: Als Konventionsflüchtling habe er zwar zwischenzeitlich eine Arbeitsstelle gefunden, Mietkosten in Höhe von 750 Euro pro Monat belasten das Familienbudget aber über die Maßen. Und die Suche nach einer billigeren Wohnung sei für einen Ausländer mit Familie beinahe aussichtslos.

Bei allen Schilderungen wurde eines deutlich: Die Menschen sind dankbar, dass sie – wenn vielleicht auch nur vorübergehend – in Österreich leben dürfen und schätzen jede freundliche Geste und jede Hilfe, die sie erfahren. „Wir wünschen uns, dass wir gleichwertig behandelt werden – egal welche Nation oder welche Kultur wir als Hintergrund mitbringen“, wünschte sich ein junger Tschetschene stellvertretend für alle AsylwerberInnen. Einen Appell richtete auch Caritas-Direktor Peter Klinger an alle Verantwortlichen: Die Dauer der Asylverfahren sei schlichtweg „unwürdig“, die Caritas hofft dabei nicht zuletzt auf Druck von Seiten der Vorarlberger Gemeinden in Richtung Innenministerium. Zudem gelte es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Integration von Konventionsflüchtlingen ermöglichen. Das Projekt Nachbarschaftshilfe nannte er als sinnvolle Möglichkeit, um das lange Warten erträglich zu machen. „Die Menschen wollen keine Geschenke, sie wollen eine Basis für ihre Zukunft.“ Laut Bürgermeister Mandi Katzenmayer sollen „Stammtische“ ins Leben gerufen werden, bei denen konkrete Umsetzungsmaßnahmen erarbeitet werden. „Integration funktioniert nur dann, wenn jeder einen Schritt in Richtung Mitte geht.“ Die Idee zu diesem Treffen entspringt der Tätigkeit der Arbeitsgruppe Integration, die nach einem Beschluss der Bludenzer Stadtvertretung in der Alpenstadt eingerichtet wurde.

Pilotprojekt startet in Bludenz
Gesprächsrunden für türkische Mütter im Rahmen der Elternberatung

Die Stadt Bludenz initiiert mit der „Connexia Gesellschaft für Gesundheit und Pflege“. und „okay.zusammen“ leben das Projekt „Gespräche für türkische Mütter“. In diesen Gesprächsrunden soll türkischen Müttern die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und kompetenten Informations- und Wissensvermittlung geboten werden.

Ernährung, Bewegungsentwicklung, Geschwisterrolle, Sauberkeitserziehung, Schlaf und vieles mehr sind die Themen in den Gesprächsrunden. Dadurch können auch türkische Familien vom Angebot der Elternberatung profitieren. So können Problemlagen frühzeitig erkannt, mit den Müttern thematisiert und Handlungskompetenz gefördert werden.

Gestartet wurde das Projekt in der Elternberatungsstelle in Bludenz. „Es ist im Rahmen der allgemeinen Elternberatung und den angebotenen Elterngesprächsrunden sehr schwer, türkische Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern zu erreichen. Wir hoffen, dass wir mit diesem neuen Projekt den Migrantinnen einen geeigneten Rahmen zur Beratung und zum Erfahrungsaustausch bieten können“, so Hildegard Burtscher von der Elternberatungsstelle Bludenz.

Neben der Elternberatung, die am Mittwoch von 8.30 bis 11.30 Uhr angeboten wird und den Elterngesprächsrunden, die jeweils jeden zweiten Montag von 9.30 bis 11 Uhr stattfinden, werden jetzt zusätzlich jeden ersten Mittwoch im Monat diese Gesprächsrunden für türkische Mütter noch bis Juli 2008 als Pilotprojekt, das durch die Aktion „Kinder in die Mitte“ vom Amt der Vorarlberger Landesregierung ermöglicht wird, angeboten. „Sollte das Interesse dementsprechend groß sein, werden auch diese Gesprächsrunden zum Fixprogramm in der Elternberatungsstelle Bludenz“, versichert Bürgermeister Mandi Katzenmayer.

Bludenzer Integrationspolitik nimmt konkrete Formen an

Beim 1. Workshop der „Arbeitsgruppe Integration“ am 23. März 2007 wurde die Bludenzer Integrationspolitik in konkrete Formen geleitet. Bürgermeister Mandi Katzenmayer eröffnete den Workshop und begrüßte die TeilnehmerInnen und bedankte sich besonders bei Frau Dr. Eva Grabherr für die Begleitung des Nachmittages. Mag. Harald Bertsch präsentierte umfangreiche Erhebungen des Ist-Zustandes der Integrationspolitik und –aktivitäten auf kommunaler Ebene. Lt. aktuellem Bevölkerungsstand verzeichnet Bludenz Einwohner aus nahezu 30 Nationen. Nachdem die Zuständigkeitsstrukturen auf Politischer- und Verwaltungsebene bereits geschaffen wurden, beschäftigte sich die Arbeitsgruppe mit konkreten Handlungsfeldern und generellen Leitlinien für die Bludenzer Integrationspolitik, die von unterschiedlichen Stoßrichtungen angegangen werden kann. Integrationspolitik kann als Zielgruppenpolitik (für eine bisher wenig beachtete Zielgruppe), als Beteiligungspolitik (für eine in politischen Prozessen noch wenig repräsentierte Gruppe) oder als Anerkennungspolitik (für kulturell weniger anerkannte gesellschaftliche Gruppierungen) gesehen werden. Als konkrete Handlungsfelder kristallisierten sich Elternarbeit und Elternbegleitung/-bildung, die Arbeit mit Jugendlichen (Schnittstelle Ausbildung/Arbeitsmarkt) und die Weiterbildung und Vernetzung von Einrichtungen und Institutionen, die mit Migrantenangelegenheiten beschäftigt sind, heraus. Beim nächsten Treffen wird die Arbeitsgruppe konkrete Leitlinien festhalten und Maßnahmen für die Herangehensweise an die Handlungsfelder erarbeiten und zur Umsetzung führen.

 

Arbeitsgruppe Integration

Die Arbeitsgruppe besteht aus VertreterInnen der politischen Fraktionen, der Verwaltung, aus Kindergarten und Schule, aus sozialen Einrichtungen und sonstigen Interessieren.

Auf Beschluss der Stadtvertretung wurde im Jahr 2005 eine Arbeitsgruppe Integration gegründet. Inzwischen fanden 4 Treffen der Arbeitsgruppe zu unterschiedlichen Themenbereichen statt. Das erste Treffen startete mit einem Impulsreferat und verglich Integrationsmaßnahmen in verschiedenen Kommunen. Zum zweiten Treffen war Frau Dr. Eva Grabherr vom Verein „okay zusammen Leben“ geladen und referierte über Integrationsmaßnahmen und Möglichkeiten in Bludenz. Anschließend fand ein Informationsaustausch statt. In den weiteren Treffen wurden Empfehlungen und ein Arbeitspapier „Wege zur Integration in Bludenz“ erarbeitet und der Stadtvertretung zugänglich gemacht. Für das Jahr 2007 hat sich die Arbeitsgruppe zur Aufgabe gemacht, mit einer Impulsveranstaltung im Frühjahr die Bevölkerung  auf das Thema Integration zu sensibilisieren und auch schon konkrete Vorschläge und Umsetzungsmaßnahmen zu präsentieren.

Kontakt: Amt der Stadt Bludenz, DSA Oliver Mössinger, Tel. 05552/63621-247; integration@bludenz.at


 


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