Kultur.LEBEN - eine Erfolgsgeschichte

Programmpräsentation in der Remise

Vor 26 Jahren wurde Kultur.LEBEN von Maria Müller ins Leben gerufen. Damals hatte sie erfahren, dass in der rumänischen Hauptstadt Bukarest hunderte Kinder mit dem HIV-Virus infiziert waren und unter schlimmsten Bedingungen lebten. Inzwischen ist Kultur.Leben eine anerkannte Veranstaltungsreihe und ein wichtiger Bestandteil der Caritas-Arbeit in Vorarlberg.

Bei einem Besuch in Bukarest entstand der dringende Wunsch zu helfen. Die Idee zu Kultur.LEBEN war geboren, sehr hilfreich waren dabei die guten Beziehungen und Netzwerke zu verschiedenen KünstlerInnen in ganz Österreich. Sämtliche KünstlerInnen verzichten dabei auf ihre Gage. Die Liste ist ebenso lang, wie prominent: Hubert von Goisern, Musiker der Wiener Symphoniker und der Wiener Philharmoniker, Michael Köhlmeier, Roland Düringer, Paul Flora und Klaus Maria Brandauer sind nur einige Beispiele dafür. Schon von Beginn an konnte sich Maria Müller dabei auf ein treues Stammpublikum und verlässliche SponsorInnen verlassen. Sehr wertvoll ist für die Initiative auch die enge Partnerschaft mit der Stadt Bludenz und der Gemeinde Nüziders sowie „kult pur Nüziders“, die einen hervorragenden Veranstaltungsrahmen bieten. Zwischenzeitlich ermöglichen die Eintrittsgelder der Reihe Kultur.LEBEN die maßgebliche Unterstützung von Aids-Waisenkinder in Äthiopien.


Hannas Orphan´s Home

Hanna Teshome ist eine quirlige Frau mit unendlich starken Nerven. „Hannas Orphan Home“ in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ist ihr Lebenswerk.
Als ihre eigenen beiden Kinder in den Kindergarten kamen, ist Hanna Teshome aufgefallen, wie viele HIV/Aidswaisenkinder in Addis Abeba leben. Eine Idee reifte in ihr – diesen Kindern ein Zuhause zu geben. Ursprünglich wollte sie fünf Kinder bei sich aufnehmen. Die Zahl ist schnell angewachsen, derzeit leben rund 200 Kinder in 18 Häusern. Sie können die Schule besuchen und bekommen dadurch Zukunftsperspektiven geschenkt. Da ist beispielsweise Mewan. Ihr Leben hat sich in den vergangenen fünf Jahren von Grund auf verändert. Ihre Eltern sind an AIDS gestorben, die Großeltern brachten das Mädchen nach Addis Abeba. Dort landete sie auf der Straße und weil sie Hunger hatte, blieb ihr nichts anderes übrig, als Essen zu stehlen. Dabei wurde sie erwischt und landete im Gefängnis. Sie hatte Glück und kam in eine der Wohngemeinschaften von Hannas Orphan Home. Jetzt geht sie zur Schule, muss nicht hungern und hat ein Zuhause, in dem sie willkommen ist.
Wenn Hanna Teshome von den Lebenswegen der ersten Kinder des Projektes, das seit 1992 besteht, erzählt, strahlt sie: Viele haben als Erwachsene eine erfolgreiche berufliche Karriere eingeschlagen, andere haben selbst Familie gegründet. „Ich bin zwischenzeitlich vielfache und sehr stolze Oma, einige unserer Bewohnerinnen und Bewohner haben studiert und sind beispielsweise als Rechtsanwälte tätig.“


Kultur.LEBEN wirkt

Für Caritasdirektor Walter Schmolly ist Kultur.Leben eine wunderbare Initiative mit nachhaltiger Wirkung. „Hannas Waisenhäuser in Addis Abeba sind ein beeindruckendes Projekt“, weiß Walter Schmolly zu berichten. „Sie sichern für die Kinder das Überleben, ein Zuhause und Bildung. Sie schenken Kindern eine Zukunft, die ansonsten einem Leben auf der Straße ausgesetzt wären.“ Mit den Erlösen aus den Kultur.LEBEN-Veranstaltungen kann die Caritas Vorarlberg das Projekt seit vielen Jahren unterstützen und damit zu seiner nachhaltigen Entwicklung beitragen.
Kultur.LEBEN wirkt dabei über die unmittelbare Projektfinanzierung in Äthiopien hinaus. „In dieser Initiative verbinden sich das Schöne und das Gute, beziehungsweise genauer gesagt: deren innere Verbundenheit tritt zutage“, reflektiert Walter Schmolly die Besonderheit von Kultur.LEBEN. In dieser Durchdringung liegt eine besondere Kraft, in der kulturelles und soziales Engagement sich gegenseitig bereichern und dynamisieren. Insbesondere werden Kulturveranstaltungen in Vorarlberg damit auch zu Orten, an denen die Lebenssituation von äthiopischen Kindern sich vergegenwärtigt. Die Nachbarschaft, die wir im global village miteinander haben, wird hier erfahrbar. Das führt zur Auseinandersetzung mit dem Leben der betroffenen Kinder und zur Reflexion der Zusammenhänge zwischen deren Leben und unserem Leben. Das ist eine Saat der Veränderung.
Ein herzliches Vergelt’s Gott den KünsterInnen, den BesucherInnen, den beteiligten Gemeinden, den SponsorInnen und in besonderer Weise Maria Müller, die dieses Netzwerk der Kultur und Solidarität Jahr für Jahr neu spannt.


Unterstützung durch die Stadt Bludenz und die Gemeinde Nüziders

„Hätten wir ein Konzept erstellen müssen, wäre es wahrscheinlich nicht so gut  gelungen. Maria Müller hat Kultur.LEBEN perfekt auf die Beine gestellt“, bringt es der Bludenzer Bürgermeister Mandi Katzenmayer auf den Punkt. Die Stadt Bludenz ist seit vielen Jahren Partner von Kultur.LEBEN. Vor allem die Initiatorin Maria Müller hat mit Überzeugungskraft, Beharrlichkeit und einer gewissen Sturheit dafür gesorgt, dass Kultur.LEBEN in der Alpenstadt ein fixer Bestandteil des kulturellen Lebens ist. „Wir alle haben gelernt, ihr zuzuhören, ihre Anliegen und Anregungen ernst zu nehmen und wir haben vor allem gelernt, dass wir mit einem tollen Kulturprogramm etwas Gutes tun können. Die Stadt Bludenz wird deshalb Maria weiterhin unterstützen“, kündigt das Stadtoberhaupt der Alpenstadt an.


Das Team von Bludenz Kultur ist ein verlässlicher Partner für die Organisatoren von Kultur.LEBEN. Die Remise und der Stadtsaal sind in Bludenz Spielstätten, der Sonnenbergsaal in Nüziders ist ein weiterer fixer Bestandteil im Programm von Kultur.LEBEN. Dazu der Bürgermeister der Gemeinde Nüziders Peter Neier: „Seit vielen Jahren unterstützt die Gemeinde Nüziders als Sponsor die Kultur.LEBEN Reihe. Mit Maria Müller an der Spitze und Herzstück hat sich die Veranstaltungsreihe einen Namen gemacht. Mit ihrem Einsatz, der ihr besonderen Hartnäckigkeit und ihrem Engagement hat sie es geschafft, mehr als 25 Jahre lang hochkarätige Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland auf die Bühne zu holen. Eine außerordentliche Leistung, die es zu würdigen gilt und für die sie verdientermaßen auch mit dem Russ-Preis ausgezeichnet wurde. Als Gemeinde profitieren wir einerseits davon, dass die Menschen aus Nüziders und der Region in den Genuss des kulturell hochwertigen Programmes kommen. Zum anderen unterstützen wir gerne den Benefizgedanken, der dahinter steht, Kindern, im Speziellen HIV-positiven Kindern, in Äthiopien Bildung und eine besseres Leben zu ermöglichen.“  

Zahlreiche Programmhighlights

„Ich freue mich schon auf alle Künstler und das neue Programm. Die Highlights sind für mich Rainer Honeck mit den Philharmonischen Freunden, Klaus Maria Brandauer, Ferhan und Ferzan Önder, Maria Bill und das Artis Quartett“, so Organisatorin Maria Müller.


Heuer noch zu erleben:

Do, 9. November 2017, 19.30 Uhr, Sonnenbergsaal Nüziders
Johanna Paungger-Poppe
Vortrag: Welche Rolle spielt der Mond im Garten und bei der Ernährung und das Tiroler Zahlenrad.

Sa, 2. Dezember 2017, 19.30 Uhr, Remise Bludenz
Oberton String Octet
Werke von Romberg, Schostakowitsch, Raff.

Do, 7. Dezember 2017, 19.30 Uhr, Sonnenbergsaal Nüziders
Alf Poier
Kabarett „The Making of DADA“.

Fr, 8. Dezember 2017, 19.30 Uhr, Remise Bludenz
Klaus Maria Brandauer
Eine musikalische, literarische Reise „Erst eins, dann  zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür …“, Arno Waschk, Klavier.

Fr, 15. Dezember 2017, 19.30 Uhr, Remise Bludenz
Lidia Baich & Matthias Fletzberger
Werke von Mozart, Schubert, Dvorak, Rimski-Korsakow.

Hinweis

Sie befinden sich im Pressearchiv der Stadt Bludenz.
Diese Aussendung hat keinen Anspruch auf Aktualität.