Funkenabbrennen; Abfeuern von Knallkörpern, Raketen und Böllerschüssen;

In den letzten Jahren wurde die Feststellung gemacht, dass an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Bludenz, vor allem durch Jugendliche, ohne Benachrichtigung der Städtischen Sicherheitswache Funken abgebrannt wurden. Diese Feuerstellen wurden nicht überwacht und es bestand daher die Gefahr, dass es mitunter zum Ausbruch eines Schadensfeuers hätte kommen können. Auch wurde die Wahrnehmung gemacht, dass diese Funken nicht ordnungsgemäß errichtet wurden und hätten dadurch sehr leicht Unfälle passieren können.

Es ist auch unstatthaft, beim Funkenabbrennen Autoreifen und anderes Material, das zu Rauch- und Rußbelästigungen führen kann, als Brennmaterial zu verwenden.

Die Bevölkerung von Bludenz wird daher im Interesse der Sicherheit und der Verhütung von Schadensfeuern darauf aufmerksam gemacht, dass das Abbrennen von Funken gemäß den Bestimmungen der Brandschutzordnung nur mit Genehmigung der Stadt Bludenz möglich ist.

Aus feuerpolizeilichen und sicherheitspolizeilichen Gründen wurde jedoch festgelegt, dass außer dem Bludenzer, dem Obdörfler, dem Rungeliner und dem Bingser Funken das Abbrennen weiterer Funken nicht bewilligt wird.


Das Pyrotechnikgesetz 1974, BGBl. Nr. 282/1974 idF BGBl. Nr. 109/1994 und BGBl. I Nr. 98/2001 regelt unter anderem den Besitz und die Verwendung von pyrotechni-schen Gegenständen für Unterhaltungszwecke. Diese werden in vier Klassen eingeteilt und unterliegen folgenden Beschränkungen:

Klasse I : Feuerwerksscherzartikel, Feuerwerksspielwaren

Zur Klasse I gehören pyrotechnische Gegenstände mit einem Gesamtsatzgewicht von nicht mehr als 3 g. Die Einfuhr, Überlassung, Besitz und Verwendung unterliegen keiner Beschränkung, wenn die pyrotechnischen Gegenstände nicht mit einem Pfeifsatz oder einem stärkeren Gewichts- oder Knallsatz ausgestattet sind.

Klasse II: Kleinfeuerwerk

Zur Klasse II gehören pyrotechnische Gegenstände mit einem Gesamtsatzgewicht von mehr als 3 g bis 50 g. Die Einfuhr, Überlassung, Besitz und Verwendung von diesen pyrotechnischen Gegenständen, die einen Metallknallsatz oder einen Knallsatz mit Schwarzpulver enthalten, sind nur zulässig, wenn bei ihrer Verwendung aus einer Ent-fernung von acht Metern die Lautstärke 120 dB (A) nicht übersteigt und sie mit einem entsprechenden Prüfzeichen versehen sind. Sie dürfen Personen unter 18 Jahren nicht überlassen und von diesen weder besessen noch verwendet werden. In geschlossenen Räumen dürfen pyrotechnische Gegenstände der Klasse II nicht verwendet werden.
Zudem ist die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen der Klasse II im Ortsgebiet verboten !


Klasse III: Mittelfeuerwerk

Zu dieser Klasse gehören pyrotechnische Gegenstände mit einem Gesamtsatzgewicht von mehr als 50 g bis 250 g. Der Besitz und die Verwendung ist nur auf Grund einer besonderen Bewilligung zulässig.


Die Bewilligung ist von der Bezirkshauptmannschaft auf Antrag Personen zu erteilen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und die Annahme rechtfertigen, dass sie pyro-technische Gegenstände nicht missbräuchlich oder leichtfertig verwenden, mit solchen vorsichtig und sachgemäß umgehen und diese bis zu ihrer Verwendung sorgfältig ver-wahren werden, sofern unter Bedachtnahme auf Ort und Zeit der beabsichtigten Ver-wendung gewährleistet ist, dass Sicherheitsgefährdungen und unzumutbare Lärmbeläs-tigungen vermieden werden. Die Einfuhr, Überlassung, Besitz und Verwendung von Mittelfeuerwerken mit einer Steighöhe von mehr als 100 m ist verboten.


Klasse IV: Großfeuerwerk

Zu dieser Klasse gehören pyrotechnische Gegenstände mit einem Gesamtsatzgewicht von mehr als 250 g und unterliegen im Wesentlichen den Bestimmungen der Klasse III.
Zudem muss die Fachkenntnis der betreffenden Person für das Abbrennen eines Großfeuerwerkes nachgewiesen werden. Die Einfuhr, Überlassung, Besitz und Verwendung von Großfeuerwerken mit einer Steighöhe von mehr als 200 m ist verboten.

Einfuhr, Überlassung, Besitz und Verwendung von reizerzeugenden pyrotechnischen Gegenständen sind verboten.
Bei dem wohl bekanntesten Reizstoff, nämlich dem Tränengas, handelt es sich nicht um pyrotechnische Gegenstände, sondern um eine Waffe im Sinne des Waffengeset-zes.

Pyrotechnische Signalmittel (z. B. Leucht- und Signalpatronen, bestimmte Raucherzeuger usw.) dürfen Personen unter 15 Jahren nicht überlassen und von diesen weder besessen noch verwendet werden.

Pyrotechnische Gegenstände der Klassen I und II dürfen nicht anders als einzeln ge-zündet werden.


Das Böllerschießen ist nur auf Grund einer besonderen Bewilligung zulässig.

Es wird eindringlich darauf aufmerksam gemacht, dass das Abfeuern von pyrotechnischen Gegenständen und das Böllerschießen im Stadtgebiet verboten ist.
Bitte beachten Sie die angeführten Bestimmungen im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit und nehmen Sie beim Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen Rücksicht auf Ihre Mitmenschen.

Wer gegen Bestimmungen dieses Bundesgesetzes oder gegen Anordnungen eines auf Grund dieses Bundesgesetzes erlassenen Bescheides verstößt, begeht eine Verwal-tungsübertretung und ist, sofern das Verhalten keinen gerichtlich strafbaren Tatbestand darstellt, von der Bezirksverwaltungsbehörde, im Wirkungsbereich einer Bundespoli-zeibehörde von dieser, mit Geldstrafe bis zu 2.180 Euro oder mit Arrest bis zu sechs Wochen zu bestrafen. Beide Strafen können auch nebeneinander verhängt werden.

Die Städtische Sicherheitswache wurde angewiesen, Personen, die gegen die Bestim-mungen des Pyrotechnikgesetzes verstoßen, bei der Bezirkshauptmannschaft zur Anzeige zu bringen und Gegenstände, die eine strafbare Handlung iSd Pyrotechnikge-
setzes bilden, zur Sicherung des Verfalles abzunehmen.

Hinweis

Sie befinden sich im Pressearchiv der Stadt Bludenz.
Diese Aussendung hat keinen Anspruch auf Aktualität.