Die Hassgeschichte von Gerold Amann

Lembe Lokk, Alt
Camillo dell´Antonio, Tenor

Alex Ladstätter, Klarinette
Bernd Konzett, Kontrabass
Benny Omerzell, E-Piano
Toni Eberle, E-Gitarre
Flip Philip, Vibraphon
Christian Eberle, Perkussion

Ursula Langmayr, Anna Hauf, Sopran
Margot Oitzinger, Alt
Rudolf Brunnhuber, Altus
Bernd Lambauer, Florian Ehrlinger, Tenor
Matthias Helm, Dieter Kschwendt, Bass

Josef Novotny, Sound-Design

Peter Herbert, Dirigent

Ein Projekt des Vereins allerArt in Zusammenarbeit mit Bludenz Kultur

gefördert von Land Vorarlberg und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

Die Freude an Zahlen- und Wortspielen ist Grundlage vieler künstlerischer Arbeiten von Gerold Amann. Auch unterschiedliche Ausdrucksformen der Magie, der Zauberei sowie Rituale sind Grundpfeiler seines kompositorischen Schaffens. Es gehört zur Persönlichkeit von Gerold Amann, dass er sich einesteils für viele Dinge des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens interessiert, andererseits treiben ihn Missstände und Dumm- und Torheiten oft zur Weißglut. In manchen seiner Kompositionen bahnt sich die Wut einen Ausdruck, so auch in der „Hassgeschichte“, die eigentlich in lockerer Atmosphäre, in einem Gastgarten in Kreta ihren Anfang genommen hat. Damals verfasste Gerold Amann zum Zeitvertreib das Polindrom „Ruhe liegt im Tier – reit mit geile Hur“.
Darüber hinaus beschäftigte er sich auch mit Zauberformeln und -sprüchen aus der Spätantike sowie dem Alpenraum, die in der „Hassgeschichte“ stets im Bemühen um eine Verankerung in der Volkskultur ihren Ausdruck finden. Die einzelnen Episoden wurden in einen Ablauf gebracht, jedoch ohne einem konkreten inhaltlichen Leitfaden zu folgen.
Drei Hauptprotagonisten erfüllen die einzelnen Szenen des etwa einstündigen Werkes mit Leben. „Evas Brut“ ist quasi die Menschenart, der „Iltis-Gesang“ verkörpert das Animalische und das Geisterreich. Eine übergeordnete Figur stellt der Dämon dar, der mit gespaltener Zunge spricht. „Beinahe der gesamte Inhalt der Hassgeschichte ist doppelzügig zu verstehen“, erklärt der Komponist.
Für die Darstellung der beiden Gruppen „Evas Brut“ und „Iltis-Gesang sieht Gerold Amann jeweils zwei gemischte Vokalquartette vor. Den Dämon gestalten eine Alt- und eine Tenorstimme, die unisono geführt werden, jedoch in speziellen Passagen „doppelzüngig“ auseinander driften. Insbesondere der Dämon übernimmt die Rolle des Verbreiters und Überbringers von Gerüchten, er sät den Hass und kontrolliert ihn auch.
Da Buchstaben und Wörter sowie deren Ordnungen die Textgrundlage der „Hassgeschichte“ bestimmen, bemühte sich Gerold Amann auch um eine gebundene Form der musikalischen Organisation. Er verknüpfte die Buchstaben mit Tonhöhen. Vor dem Kompositionsprozess bestimmte Ordnungsmuster dienten als Ausgangspunkt für die musikalische Gestaltung. Auf diese Weise entstand eine in sich kreisende, fast modale Musik, die einer strengen inneren Ordnung folgt, ohne dass diese jedoch unmittelbar hörbar ist.
Die Relevanz für die „Hassgeschichte“ in der heutigen Gesellschaft sieht Gerold Amann auch darin, dass Zorn und Wut und das Beleidigtsein auf die anderen immer auch in der Angst und Unsicherheit begründet liegen. „Ich will nicht den Hass schüren, sondern darauf aufmerksam machen“, sagt Gerold Amann über sein Werk. „Die ‚Hassgeschichte’ ist auch im Interesse eines weniger hasserfüllten Lebens zu verstehen.“
Silvia Thurner, Jänner 2008

Gerold Amann komponierte die Hassgeschichte im Jahr 1998, die Uraufführung fand im selben Jahr in New York unter der Leitung von Peter Herbert statt. Im Jahr 2006 wurde das Werk überarbeitet. Eine Aufführung mit technischem Equipment und elektronischen Soundmanipulationen ist als Uraufführung zu verstehen.


Samstag | 5. April 2008 | 20.00 Uhr | Remise
€ 16,- Erwachsene | € 13,- Mitglieder Kultur Remise | € 7,- Jugendliche, Senioren

Sonntag | 6. März 2008 | 10.30 | Remise
€ 16,- Erwachsene | € 13,- Mitglieder Kultur Remise | € 7,- Jugendliche, Senioren

Karten und Informationen:
Bludenz Kultur, Werdenbergerstr. 42, 6700 Bludenz
Tel. 05552-63621-236, E-Mail: kultur@bludenz.at, www.remise-bludenz.at

Hinweis

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Diese Aussendung hat keinen Anspruch auf Aktualität.