Chancen eröffnen – Hemmschwellen abbauen

Stadt Bludenz und Caritas organisierten Treffen mit AsylwerberInnen – Ziel ist eine bessere Einbindung der Flüchtlinge

„So etwas hat es in Vorarlberg noch nie gegeben.“ Caritas-Direktor Peter Klinger zeigte sich sichtlich begeistert von der Offenheit der Stadt Bludenz gegenüber den AsylwerberInnen in der Stadt: Bürgermeister Mandi Katzenmayer lud alle 82 in Bludenz lebenden Konventionsflüchtlinge und AsylwerberInnen sowie Vertreter der Arbeitsgruppe Integration zu einem Gespräch, „um Probleme und Erfolge zu erörtern und uns näher kennen zu lernen“.

Bei den Schilderungen der AsylwerberInnen wurde schnell klar, wo der „Schuh“ drückt, wie das Beispiel eines 20-jährigen Mannes aus Dagestan zeigt: „Ich bin jung, ich brauche eine Ausbildung, ich brauche Arbeit.“ Während Konventionsflüchtlinge durch die positive Beurteilung ihres Asylantrages in Österreich arbeiten dürfen, sind AsylwerberInnen zum Nichtstun verdonnert. „Wir können uns schlecht integrieren, weil wir sehr abgeschirmt leben“, hofft eine junge Frau auf mehr Einbindung in die Gesellschaft. Der Schlüssel dazu sei die deutsche Sprache. Doch auch wenn die Grundkenntnisse in Kursen vermittelt werden, fehlt häufig der Kontakt, um das Gelernte einzuüben. Ein dreifacher Familienvater brachte schließlich ein weiteres Grundproblem zur Sprache: Als Konventionsflüchtling habe er zwar zwischenzeitlich eine Arbeitsstelle gefunden, Mietkosten in Höhe von 750 Euro pro Monat belasten das Familienbudget aber über die Maßen. Und die Suche nach einer billigeren Wohnung sei für einen Ausländer mit Familie beinahe aussichtslos.

Bei allen Schilderungen wurde eines deutlich: Die Menschen sind dankbar, dass sie – wenn vielleicht auch nur vorübergehend – in Österreich leben dürfen und schätzen jede freundliche Geste und jede Hilfe, die sie erfahren. „Wir wünschen uns, dass wir gleichwertig behandelt werden – egal welche Nation oder welche Kultur wir als Hintergrund mitbringen“, wünschte sich ein junger Tschetschene stellvertretend für alle AsylwerberInnen. Einen Appell richtete auch Caritas-Direktor Peter Klinger an alle Verantwortlichen: Die Dauer der Asylverfahren sei schlichtweg „unwürdig“, die Caritas hofft dabei nicht zuletzt auf Druck von Seiten der Vorarlberger Gemeinden in Richtung Innenministerium. Zudem gelte es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Integration von Konventionsflüchtlingen ermöglichen. Das Projekt Nachbarschaftshilfe nannte er als sinnvolle Möglichkeit, um das lange Warten erträglich zu machen. „Die Menschen wollen keine Geschenke, sie wollen eine Basis für ihre Zukunft.“ Laut Bürgermeister Mandi Katzenmayer sollen „Stammtische“ ins Leben gerufen werden, bei denen konkrete Umsetzungsmaßnahmen erarbeitet werden. „Integration funktioniert nur dann, wenn jeder einen Schritt in Richtung Mitte geht.“ Die Idee zu diesem Treffen entspringt der Tätigkeit der Arbeitsgruppe Integration, die nach einem Beschluss der Bludenzer Stadtvertretung in der Alpenstadt eingerichtet wurde

Hinweis

Sie befinden sich im Pressearchiv der Stadt Bludenz.
Diese Aussendung hat keinen Anspruch auf Aktualität.