Abfeuern von Knallkörpern, Raketen und Böllerschüssen

Das Pyrotechnikgesetz BGBl. Nr. 282/1974 idF 98/2001 regelt unter anderem den Besitz und die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen für Unterhaltungszwecke. Diese werden in vier Klassen eingeteilt und unterliegen folgenden Beschränkungen:

Klasse I : Feuerwerksscherzartikel, Feuerwerksspielwaren
Zur Klasse I gehören pyrotechnische Gegenstände mit einem Gesamtsatzgewicht von nicht mehr als 3 g. Die Einfuhr, Überlassung, Besitz und Verwendung unterliegen keiner Beschränkung, wenn die pyrotechnischen Gegenstände nicht mit einem Pfeifsatz oder einem stärkeren Gewichts- oder Knallsatz ausgestattet sind.

Klasse II: Kleinfeuerwerk
Zur Klasse II gehören pyrotechnische Gegenstände mit einem Gesamtsatzgewicht von mehr als 3 g bis 50 g. Die Einfuhr, Überlassung, Besitz und Verwendung von diesen pyrotechnischen Gegenständen, die einen Metallknallsatz oder einen Knallsatz mit Schwarzpulver enthalten, sind nur zulässig, wenn bei ihrer Verwendung aus einer Entfernung von acht Metern die Lautstärke 120 dB (A) nicht übersteigt und sie mit einem entsprechenden Prüfzeichen versehen sind. Sie dürfen Personen unter 18 Jahren nicht überlassen und von diesen weder besessen noch verwendet werden. In geschlossenen Räumen dürfen pyrotechnische Gegenstände der Klasse II nicht verwendet werden.

Klasse III: Mittelfeuerwerk
Zu dieser Klasse gehören pyrotechnische Gegenstände mit einem Gesamtsatzgewicht von mehr als 50g bis 250 g. Der Besitz und die Verwendung ist nur auf Grund einer besonderen Bewilligung zulässig.

Die Bewilligung ist von der Bezirkshauptmannschaft auf Antrag Personen zu erteilen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und die Annahme rechtfertigen, dass sie pyrotechnische Gegenstände nicht missbräuchlich oder leichtfertig verwenden, mit solchen vorsichtig und sachgemäß umgehen und diese bis zu ihrer Verwendung sorgfältig verwahren werden, sofern unter Bedachtnahme auf Ort und Zeit der beabsichtigten Verwendung gewährleistet ist, dass Sicherheitsgefährdungen und unzumutbare Lärmbelästigungen vermieden werden. Die Einfuhr, Überlassung, Besitz und Verwendung von Mittelfeuerwerken mit einer Steighöhe von mehr als 100 m ist verboten.

Klasse IV: Großfeuerwerk
Zu dieser Klasse gehören pyrotechnische Gegenstände mit einem Gesamtsatzgewicht von mehr als 250 g und unterliegen im Wesentlichen den Bestimmungen der Klasse III.
Zudem muss die Fachkenntnis der betreffenden Person für das Abbrennen eines Großfeuerwerkes nachgewiesen werden. Die Einfuhr, Überlassung, Besitz und Verwendung von Großfeuerwerken mit einer Steighöhe von mehr als 200 m ist verboten.

Einfuhr, Überlassung, Besitz und Verwendung von reizerzeugenden pyrotechnischen Gegenständen sind verboten.
Bei dem wohl bekanntesten Reizstoff, nämlich dem Tränengas, handelt es sich nicht um pyrotechnische Gegenstände, sondern um eine Waffe im Sinne des Waffengesetzes.

Pyrotechnische Gegenstände der Klassen I und II dürfen nicht anders als einzeln gezündet werden.

Das Böllerschießen ist nur auf Grund einer besonderen Bewilligung zulässig.

Es wird eindringlich darauf aufmerksam gemacht, dass das Abfeuern von pyrotechnischen Gegenständen (Klasse II) und das Böllerschießen im Stadtgebiet verboten ist.
Ausnahmegenehmigungen kann der Bürgermeister erteilen.

Bitte beachten Sie die angeführten Bestimmungen im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit und nehmen Sie beim Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen Rücksicht auf Ihre Mitmenschen.

Die Städtische Sicherheitswache wurde angewiesen, Personen, die gegen die Bestimmungen des Pyrotechnikgesetzes verstoßen, bei der Bezirkshauptmannschaft zur Anzeige zu bringen und Gegenstände, die eine strafbare Handlung iSd  Pyrotechnikge-
setzes bilden, zur Sicherung des Verfalles abzunehmen.

Die Geldstrafen bei Übertretungen des Pyrotechnikgesetzes belaufen sich u. U. auf EUR 2.180,00 oder werden mit Arrest bis zu 6 Wochen bestraft. Es können sogar beide Strafen nebeneinander verhängt werden.

Hinweis

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Diese Aussendung hat keinen Anspruch auf Aktualität.